DAS GEWISSEN IM QURAN

ALLAHS EINGEBUNG AN JEDERMANN: DAS GEWISSEN

Das Gewissen ist eine geistige Eigenschaft, die den Menschen zu gutem Verhalten und guten Gedanken veranlasst, ihm hilft, recht zu denken und falsch und richtig zu unterscheiden. Einer der bedeutenden Aspekte des Gewissens besteht darin, dass alle Menschen es haben. Anders gesagt, was ein Mensch seinem Gewissen nach als richtig empfindet, das wird auch von anderen so empfunden, sofern die selben Voraussetzungen gegeben sind. Das Gewissen eines Menschen überwirft sich nicht mit dem eines anderen. Der Grund dafür liegt in der Quelle des Gewissens: Eingebung von Allah. Durch das Gewissen lässt uns Allah das beste und schönste Verhalten erkennen, das Ihn zufrieden stellt, wenn wir es annehmen.

Dass es sich beim Gewissen um Eingebung von Allah handelt, wird im Quran in der Sure asch-schams gesagt:

Bei ... einer Seele, und was sie ebengestaltet hat, und ihr eingegeben hat ihre Schamlosigkeit und ihre Gottesfurcht. Es hat schon Erfolg, wer sie läutert, und es ist schon gescheitert, wer sie verdeckt ... (Suratu-schams 91:7-10)

In diesem Quranvers erklärt Allah, dass Er der Seele Schamlosigkeit eingegeben hat (d.h. die Möglichkeit, auf sündhafte Weise zu handeln, ungehorsam zu sein, abzuweichen, zu lügen, sich vom Rechtschaffenen abzukehren, Schaden zu verursachen, vom guten Verhalten abzugehen). Das Gegenteil davon ist "taqwa", Gottesfurcht (d.h. Ehrfurcht vor Allah, die den Menschen anregt, auf der Hut zu sein vor falschem Handeln und begierig auf Handeln, das Allah zufrieden stellt). Es ist genau dieses Gewissen, das den Menschen dazu bringt, sich vor schlechten Taten zu hüten und den richtigen Weg zu suchen.

Eine der bedeutendsten Eigenschaften des Gewissens ist, dass es dem Menschen dazu verhilft, selbst das Richtige herauszufinden. Dies soll in den folgenden Kapiteln noch näher erläutert werden. Das Gewissen zeigt dem Menschen jedenfalls, was richtig ist, selbst wenn niemand sonst es tut. Allerdings kommt es darauf an, dass der Mensch sich an sein eigenes Gewissen hält, darauf hört, was es sagt und danach handelt. So gesehen kann man auch sagen, dass das Gewissen der Hauptbestandteil der Religion ist.

Von all dem abgesehen muss eine Sache beachtet werden: Jeder Mensch ist, von dem Zeitpunkt an, zu dem er sein Bewusstsein erlangt, verantwortlich für das, was Allah ihm eingibt und was sein Gewissen ihm gesagt. Von dem Zeitpunkt an, zu dem er das Geschehen um sich herum wahrnimmt und imstande ist, selbst zu urteilen, wird von ihm erwartet, dass er über die Fähigkeit verfügt und sie ausüben kann, die Stimme des Gewissens zu hören und zu erkennen, und den Willen zu haben, ihr zu folgen. Von diesem Zeitpunkt an wird er nach den Taten befragt, die er im Laufe seines Lebens begeht. Wenn er seinem Gewissen folgt, wird er mit ewigem Leben in Allahs Paradies belohnt. Folgt er aber seinem eigenen Ich, geht er auf eine ewig verschlossene Feuergrube zu.

HINWEISE AUF ALLAHS DASEIN DURCH DAS
GEWISSEN ERKENNBAR

Das erste, was ein Mensch tun wird, der seinem Gewissen folgt, ist es, die Dinge um sich herum zu hinterfragen und zu untersuchen. Ein Mensch mit gutem Wahrnehmungsvermögen erkennt leicht, dass er in einer Welt lebt, die fehlerlos geschaffen und in ein vollkommenes Universum einbezogen ist.

Lass uns einen Moment über die Umgebung und die Voraussetzungen, unter denen wir leben, nachdenken. Wir leben in einer Welt die auf feinste Weise geplant und mit allen möglichen Einzelheiten gestaltet ist. Schon allein die Abläufe im Körper des Menschen sind überwältigend in ihrer Vollkommenheit. Während Du dieses Buch liest, schlägt Dein Herz ununterbrochen, ohne Fehl, Deine Haut erneuert sich, Deine Lungen reinigen die Luft, die du einatmest, Deine Leber entschlackt Dein Blut und Millionen von Proteinen werden in jeder Sekunde in Deinen Zellen zusammengefügt, um den Fortgang des Lebens zu sichern. Der Mensch lebt in Unkenntnis von Tausen-den anderer Vorgänge, die in ihm selbst ablaufen und erkennt manche von ihnen nicht einmal.

Und darüber hinaus gibt es die Sonne, Millionen von Kilometern von unserer Erde entfernt, die für Licht, Wärme und Energie sorgt, die wir benötigen. Die Entfernung zwischen Sonne und Erde ist so genau ausgeglichen, dass diese Energiequelle die Erde weder verbrennt noch zum Kältetod führt.

Wenn wir zum Himmel aufschauen, erkennen wir, von seiner Schönheit ganz abgesehen, dass auch die Luftmassen um die Erde herum die Menschen und alle anderen Wesen vor möglichen äußeren Gefahren schützen. Gäbe es die Atmosphäre nicht, dann gäbe es auch auf der Erde kein einziges Lebewesen.

Ein Mensch, der diese Dinge eins um das andere betrachtet, wird früher oder später auch danach fragen, wie er selbst und das Universum, in dem er lebt, entstanden sind und Bestand haben. Wenn er dies erforscht, bieten sich ihm zwei mögliche Erklärungen.

Die eine dieser Erklärungen sagt uns, dass das gesamte Universum, Planeten, Sterne und alle Lebe-wesen von selbst auf Grund einer Reihe von Zufällen entstanden. Sie behauptet, dass freie Atome, kleinste Materieteilchen, zufällig zusammentrafen und zu Zellen wurden, zu Menschen, Tieren, Pflanzen, Sternen und all den fehlerlosen und ausgesprochen komplexen Strukturen und Systemen, die uns umgeben und in Erstaunen versetzen.

Die andere Erklärung sagt uns, dass alles, das wir sehen, von einem Schöpfer erschaffen wurde, der überlegenes Wissen und Macht über alles besitzt, dass überhaupt gar nichts einfach aufgrund von Zufall entstanden sein kann, und dass alle Systeme um uns herum von einem Schöpfer geplant und gestaltet sind. Dieser Schöpfer ist Allah.

Hier müssen wir auf unser eigenes Gewissen zurückgreifen, um zu entscheiden. Ist es möglich, dass solch vollkommene und detaillierte Systeme zufällig entstanden und trotzdem in solch harmonischer Weise funktionieren?

Jedermann, der sich hier an sein Gewissen hält, kann begreifen, dass alles im Universum einen Schöpfer hat, and dass dieser Schöpfer von höchster Weisheit ist und Macht über alles hat. Alles um uns herum trägt die erkennbaren Hinweise auf Allah. Das vollkommene Gleichgewicht und die Harmonie des Universums und der Lebewesen darin sind die deutlichsten Anzeichen eines höchsten Bewusstseins. Dieser Beweis ist klar, einfach und unbestreitbar. Unser Gewissen hat keine andere Wahl als anzuerkennen, dass all dies das Werk Allahs ist, des einen und einzigen Schöpfers.

Allerdings kann jemand, der hier nicht auf sein eigenes Gewissen zurückgreift, nicht zur selben Er-kenntnis kommen. Diese Erkenntnis entsteht durch Weisheit, und Weisheit ist eine spirituelle Eigenschaft, die nur dann entsteht, wenn man seinem Gewissen folgt. Jegliche Haltung in Übereinstimmung mit dem Gewissen trägt dazu bei, Weisheit zu erlangen und zu entwickeln. Hier muss allerdings der Definition von Weisheit besondere Aufmerksamkeit zukommen. Entgegen dem üblichen Gebrauch ist Weisheit ein von Intelligenz zu unterscheidender Begriff. Ein Mensch, gleich wie intelligent und wissensreich ist, bleibt dennoch unweise, wenn er sich nicht auf sein Gewissen bezieht, und kann die Tatsachen, denen er begegnet, nicht wirklich sehen und verstehen. Ein Beispiel kann den Unterschied zwischen Intelligenz und durch das Gewissen erlangte Weisheit verdeutlichen. Ein Wissen-schaftler beschäftigt sich über Jahre mit der Zellfor-schung. Er ist möglicherweise sogar der beste auf seinem Gebiet. Wenn es ihm aber an Weisheit und Gewissen fehlt, wird er sich nur auf Bruchstücke von Wissen stützen. Er kann diese Bruchstücke nicht zu einem Ganzen zusammenfügen. Mit anderen Worten, er kann nicht die richtigen Schlüsse aus diesem Wissen ziehen.

Ein Mensch mit Weisheit und Gewissen hingegen erkennt die wunderbaren Aspekte und vollkommenen Details einer Zelle und erkennt die Handschrift eines Schöpfers, eines Gestalters mit höchster Weisheit. Wenn ein Mensch mit Bezug auf sein Gewissen denkt, kommt er zu diesem Schluss: Die Macht, die eine Zelle in solcher Vollkommenheit schafft, muss auch der Schöpfer von all dem anderen Lebenden und Un-belebten sein.

Im Quran gibt es das Beispiel des Propheten Abraham (a.s.), der zu Allah fand, indem er auf sein Gewissen hörte:

Und als die Nacht über ihm dunkel wurde, sah er ein Gestirn. Er sagte: 'Dies ist mein Herr!', und als es niederging, sagte er: 'Ich liebe nicht die Nieder-gehenden!' Und als er den Mond hervorkommen sah, sagte er: 'Dies ist mein Herr!', und als er niederging, sagte er: 'Wenn mich nicht mein Herr rechtleitet, bin ich ganz bestimmt einer von den fehlgehenden Leuten!' Und als er die Sonne hervorkommen sah, sagte er: 'Dies ist mein Herr, dies ist größer', und als sie niederging, sagte er: 'Mein Volk, ich bin losgesagt von dem, was ihr an Mitgöttern gebt. Ich wende ja mein Antlitz zu dem, der die Himmel und die Erde hervorgebracht hat, als Rechtgläubiger, und ich bin nicht einer von den Mitgöttergebenden.' (Suratu-l-an'am 6:76-79)

In diesen Versen kann man sehen, wie der Prophet Abraham durch Weisheit zu Allah fand. Aufgrund seines Gewissens erkannte er, dass all das, was er um sich herum sah, nur Geschaffenes sein konnte, und dass der Schöpfer weit über den Geschöpfen steht. Jeder Mensch, der sich auf sein Gewissen bezieht, wird diese Tatsache einsehen, selbst wenn kein anderer da ist, der ihm davon berichtet. Jeder Mensch, der aufrichtig denkt, ohne sich von seinen eigenen Gefühlen leiten zu lassen und nur mit Bezug auf das Gewissen, kann Allahs Dasein und Allahs Ruhm erkennen.

Wenn sich jemand weigert, die einfachen Tatsachen vor seinen Augen anzuerkennen und so handelt, als ob sie nicht da sind, erniedrigt sich dieser Mensch trotz seiner Intelligenz selbst. Der Grund, warum jemand, der das Richtige aufgrund seines Gewissens weiß, es dennoch nicht anerkennen will, besteht darin, dass dieses Richtige mit seinen persönlichen Interessen im Konflikt steht. Wenn ein Mensch das Dasein Allahs anerkennt, bedeutet dies die Anerkennung eines Wesens, das weit über ihm steht und dem er sich zu ergeben hat, auf das er dringendst angewiesen ist und dem gegenüber er verantwortlich ist.

Nehmen wir ein bekanntes Beispiel dafür, wie ein verschlossenes Gewissen einen Menschen trotz seiner Intelligenz und seines Wissens hintergehen kann. Francis Crick ist einer der beiden Wissenschaftler, der in den 1950'er Jahren die Struktur der DNA entdeckte. Das war zweifellos eine der bedeutendsten Ent-deckungen der Wissenschaftsgeschichte. Es bedurfte genauester Forschungsarbeit, beträchtliches Wissen und zweifellos Intelligenz. Als Ergebnis all dieser Arbeit erhielt dieser "Wissenschaftler" den Nobelpreis.

Während seiner Forschungen erstaunte die Struktur der Zelle und ihr verborgenes Design Francis Crick so sehr, dass er, obwohl er ein leidenschaftlicher Anhänger der Evolutionstheorie war, in seinem Buch folgendes erwähnt:

Ein ehrlicher Mensch, ausgerüstet mit allem uns bekannten Wissen, könnte nur feststellen, dass in gewissem Sinn der Ursprung des Lebens im Moment fast wie ein Wunder erscheint angesichts so vieler Bedingungen, die erfüllt sein müssten, damit es beginnt. (Francis Crick, Life Itself: Its Origin an Nature, New York, Simon & Schuster, 1981, S. 88)

Als Crick, der an die Evolutionstheorie und die Idee glaubte, dass das Leben aufgrund eines Zufalls entstanden sei, die Einzelheiten in der Zelle sah, schrieb er die obigen Zeilen und hielt fest, das eine Zelle unmöglich zufällig entstanden, sondern nur ein Wunder sein könne. Anhänger der Evolutionstheorie nehmen indes keine andere Erklärung als die des Zufalls an, denn sonst müssten sie das Dasein Allahs anerkennen. Crick war von der Vollkommenheit und Ganzheitlichkeit der Zelle so beeindruckt, dass er, obwohl er eine andere Ideologie vertrat, sein Erstaunen zugeben musste. Aber Crick konnte seinem Gewissen nicht sehr lange folgen, und er sagte, er könne das Dasein Gottes nicht akzeptieren, so dass diese ganze Gestaltung, die höhere Weisheit voraussetzt und keinesfalls mit dem Zufall erklärbar ist, nicht durch Gott, sondern durch 'Außerirdische' erfolgt sei. Mit anderen Worten, es sollen die Außerirdischen gewesen sein, die das Leben schufen. Außerirdische sollen die erste DNS-Probe in die Welt gebracht und damit das Leben begonnen haben! Das ist ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Mensch, gleich wie intelligent und wissensreich er sein mag, sein Gewissen einsperrt und unterdrückt. Dieser Nobelpreisträger hat sein Gewissen dermaßen hintergangen, dass er nicht einmal überdachte, wie ein Außerirdischer, der angeblich eine derartig überlegene Gestaltung hervorbrachte, denn selbst entstanden war.

Ein bekannter amerikanischer Biochemieprofessor, Michael J. Behe, erklärt, ohne das Wort Gewissen selbst zu verwenden, die Situation dieser Wissenschaftler, die ihr eigenes Gewissen hintergehen:

In den letzten vier Jahrzehnten hat die moderne Biochemie die Geheimnisse der Zelle aufgedeckt. Es bedurfte zehntausender Forscher, die einen großen Teil ihres Lebens langwieriger Laborarbeit widmeten... Das Ergebnis dieser kollektiven Bemühungen, die Zelle zu erforschen - d.h., das Leben im molekularen Bereich zu entdecken - ist ein lauter, deutlicher, durchdringender Schrei des "Designs"! Das Resultat ist so eindeutig und so bedeutend, dass es als eine der größten Errungenschaften in der Geschichte der Wissenschaft betrachtet werden muss... Statt dessen umgibt eine merkwürdige, verlegene Stille die außerordentliche Komplexität der Zelle. Warum stürzt sich die wissenschaftliche Gemeinschaft nicht gierig auf diese sensationelle Entdeckung? Warum wird die Beobachtung des Designs mit intellektuellen Handschuhen angefasst? Das Dilemma liegt darin, dass die eine Seite des Elefanten mit "intelligentes Design" beschriftet ist, während die andere Seite die Urheberreferenz - Gott - enthalten muss. (Michael J. Behe, Darwin's Black Box, New York, Free Press 1996, S. 232-233)

Die Zeichen des Daseins Allahs sind sehr deutlich und für jedermann erkennbar zu sehen. Es ist eine offenkundliche Wahrheit, dass der Schöpfer der im Universum vorherrschenden Gestaltung Allah ist. Manche, die Allahs Dasein verwerfen, tun dies nicht, weil sie nicht wirklich an ihn glauben, sondern weil sie den Moralkodex umgehen möchten, den sie als Gläubige beachten müssten. Jeder Mensch weiß in seinem Gewissen um das Dasein und die ewige Macht Allahs. Aber wer das Dasein Allahs anerkennt und Seine Macht wahrnimmt, weiß auch, dass er Ihm gegenüber verantwortlich ist, und dass er Seinen Regeln zu folgen und um Seinetwillen zu leben hat. Wer auf Ablehnung beharrt, obwohl er diese Tatsachen kennt, tut dies, weil diese großartige Tatsache anzunehmen nicht mit seinen eigenen Interessen und dem Überlegenheitsgefühl in seinem Inneren übereinstimmt. Im Quran werden solche Menschen in der Sure an-naml beschrieben:

Und sie bestritten sie, und sie waren selbst überzeugt davon in Unrecht und Überheblichkeit, also sieh, wie das endgültige Ende der Unheilstifter war. (Suratu-naml 27:14)

Die im Quran berichteten Ereignisse zwischen dem Propheten Abraham (a.s.) und seinem Volk stellen ein sehr gutes Beispiel dar. Der Prophet Abraham verehrte Mitgötter. Es ist wichtig festzuhalten, dass hier im Quran der Ausdruck "Mitgötter" alle die Kräfte einbezieht, an die Menschen ausser an Allah glauben. Es wäre falsch zu denken, dass Mitgöttergebende nur solche Menschen sind, die Figuren verehren. Wie im Falle der Anhänger der Evolutionstheorie, die Atome, Zeitfaktor und Zufall als die Ursachen des Lebens ansehen, bedeutet es vielmehr, Atome, Zeitfaktor und Zufall als Mitgötter anzunehmen. Aber weder der Zeitfaktor noch der Zufall können überhaupt mächtig genug sein, um Leben zu schaffen. Nur Allah allein hat diese Macht. Nach den obigen Ereignissen zerstörte der Prophet Abraham die Götzen, um seinem Volk zu zeigen, dass die Figuren, die sie verehrten, nur gewöhnliche Gegenstände waren, die keine Macht über irgend etwas haben. Im Quran ist es folgendermaßen beschrieben:

Er sagte: 'Vielmehr ist euer Herr der Herr der Himmel und der Erde, der sie hervorgebracht hat, und ich bin euch dafür einer von den Zeugen, und bei Allah, ganz bestimmt unternehme ich etwas gegen eure Götzenfiguren, nachdem ihr den Rücken abkehrt.'

Also machte er sie zu Stücken, außer einen großen von ihnen, damit sie vielleicht auf ihn zurückkommen würden.

Sie sagten: 'Wer hat das gemacht mit unseren Göttern? Er ist ja bestimmt einer von den Unrechthandelnden.'

Sie sagten: 'Wir haben einen jungen Mann gehört, er erwähnte sie, er wird Abraham genannt.'

Sie sagten: 'Also bringt ihn vor die Augen der Leute, damit sie vielleicht Zeugen sind.'

Sie sagten: 'Hast du das gemacht mit unseren Göttern, Abraham?'

Er sagte: 'Vielmehr hat es ihr großer gemacht, dieser, also fragt sie, wenn sie sich äußern.' (Suratu-l-anbija 21:56-63)

So sahen die Glaubensverweigerer, dass die Götzenfiguren, die sie verehrt hatten, auf ihre Rufe nicht antworten konnten. Sie waren ohnmächtige Bildnisse, denen sogar die Macht fehlte, sich selbst zu verteidigen, ganz zu schweigen davon, etwas zu schaffen. Also wandten sie sich an ihr Gewissen:

Da kehrten sie sich zu sich selbst und sagten: 'Ihr - ihr seid die Unrechthandelnden!' (Suratu-l-anbija 21:64)

Doch es dauerte nicht lange, bis sie zu ihrer ursprünglichen Haltung zurückkehrten. Hochmütig und arrogant leugneten sie, worauf sie ihrem Gewissen nach gekommen waren. Doch dann fielen sie zurück in ihre Glaubensverweigerung.

Dann wurden sie wieder umgekehrter Ansicht: 'Du hast schon gewusst, diese äußern sich nicht.' Er sagte: 'Dient ihr anstelle Allahs dem, was euch nichts nützt und euch keinen Schaden antut? Missbilligung für euch und für das, dem ihr dient anstelle Allahs! Also habt ihr keinen Verstand?' (Suratu-l-anbija 21:65-67)

Nachdem ihnen ihr Gewissen offengelegt worden war, sind die Glaubensverweigerer bestürzt und lehnen ab, was ihr Gewissen akzeptiert hatte. Um die Wahrheit nicht anzunehmen, verspüren sie einen intensiven Hass gegen jene, die ihnen die Wahrheit klarmachen, und sie nehmen sogar den Versuch auf sich, die Gesandten zu ermorden, um ihre falschen Glaubensvorstellungen zu retten.

Sie sagten: 'Verbrennt ihn und helft euren Göttern, wenn ihr etwas tut.' (Suratu-l-anbija 21:68)

Diese Situation betrifft nicht nur einen gewissen Teil der Gesellschaft, sondern gilt allgemein für viele Menschen. Jemand ist vielleicht ein ausgezeichneter Wissenschaftler, der vielerlei entdeckt hat. Oder er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann oder ein Künstler, er ist vielleicht auch wohlhabend, gebildet und intelligent. Aber statt sein Gewissen damit zu befassen, an Allah zu denken, Seine Macht und Sein Können zu rühmen und Ihm für die Gelegenheit zu danken, diese Dinge sehen und verstehen zu können, wird er nur stolz und angeberisch wegen seiner Intelligenz und seiner Entdeckungen und des Geldes, das er verdient hat. Er denkt nicht daran, dass ihm das alles nichts nützt, wenn er stirbt.

Sogar die Namen vieler Menschen, die zu ihrer Zeit berühmt waren wegen ihrer Entdeckungen, ihres Reichtums oder der großen Staaten, die sie regierten, sind lange vergessen. Selbst wenn man sich an sie erinnert, nützt das dem Menschen, der gestorben ist, nichts. Diese Menschen haben nicht auf Allahs Anweisungen geachtet und auch Seine Macht und die Gunst, die Er ihnen gewährte, nicht anerkannt. Solche Menschen sind fehlgegangen, weil ihre Herzen versiegelt und ihre Gewissen verhüllt waren. Im Quran beschreibt Allah diejenigen, die Seine Gebote überschreiten, weil sie ihren eigenen Interessen und Begierden folgen:

Und hast du den gesehen, der als seinen Gott seine eigene Laune nimmt, und Allah lässt ihn fehlgehen, wissensgemäß, und siegelt über sein Hören und sein Herz, und Er gibt über seine Blicke eine Bedeckung, und wer leitet ihn recht, nach Allah? Also lassen sie sich nicht erinnern?

Und sie sagen: 'Es gibt nichts außer unserem Leben in dieser Welt, wir sterben und wir leben, und es vernichtet uns nur die verlaufende Zeit', und sie haben über dies kein Wissen, sie vermuten nur. (Suratu-l-dschathija 45:23-24)

Wie dieser Vers zeigt, werden diejenigen Menschen als taub und blind beschrieben, die ihr Gewissen missachten, während sie ihrem eigenen Ego Raum geben und wegen der Eigenschaften, die sie haben, Gottes Gebote übertreten. Dass ihre Herzen versiegelt sind, sagt uns, dass sie kein Verständnis haben, d.h. sie können weder ihre Weisheit einbringen noch zwischen richtig und falsch unterscheiden. Der einzige Grund, weshalb sie in eine solche Lage kommen, ist, dass sie ihrem Gewissen nicht folgen.

SOLCHE DIE NACHFRAGEN UND SOLCHE
DIE IGNORIEREN

Bis jetzt haben wir davon gesprochen, wie ein Mensch mit Gewissen Bewusstsein vom Dasein Allahs erlangen kann, selbst wenn ihm darüber nichts beigebracht wurde. Wer mit Hilfe seines Gewissens versteht, dass ein Schöpfer existiert, wird zu dem Schluss kommen, dass wenn Allah ein derart fehlerloses Universum geschaffen und dem Menschen ein Gewissen gegeben hat, um zu begreifen, Er ihn nicht unnütz belässt. Er wird ganz sicher irgendeine Form der Kommunikation mit diesen intelligenten Wesen eingerichtet haben, die Er geschaffen hat und Sich ihnen bekannt gemacht haben. Darüber hinaus wird Allah, der alles schuf, sie ganz sicher zu einem Zweck geschaffen und ihnen diesen Zweck mitgeteilt haben. Ein Mensch, der seinem Gewissen folgt, wird ein großes Verlangen danach verspüren, über seinen Schöpfer Bescheid zu wissen, der ihn und das gesamte Universum geschaffen hat. Dieses Verlangen wird sogar zu seinem einzigen Lebenszweck. Er begreift, dass er auf Allah angewiesen ist, der ihn aus dem Nichts geschaffen und ihm Leben gegeben hat, als er nichts war, und dass alle Macht Allah gehört.

Er begreift auch, dass Allah alles zu einem Zweck erschaffen hat. Alles hat seine Aufgabe. Der Himmel ist wie eine Decke, die unseren Planet schützt. Die Zellen bilden das Leben, der Regen bringt Segen, die Sonne ist Quelle von Licht und Wärme für die Welt. Sie wurde zu einem so bedeutenden Zweck geschaffen, dass es ohne sie kein Leben gäbe. Kurz gesagt, der Mensch kann einsehen, dass alles, was wir hier aufzählen und nicht aufzählen können, zu einem besonderen Zweck erschaffen ist. Da fragt sich der Mensch: "Wenn ich in eine solch vollkommene und fehlerlose Welt hineingeschaffen bin und nach kurzer Zeit sterbe, was ist dann der Zweck meines hiesigen Daseins?" Und er sucht nach einer Antwort auf diese Frage.

Er ist mit den Bruchstücken, die er von anderen gehört hat, nicht zufrieden. Er will Allah kennen, wissen, was Allah von ihm will, und den Zweck seiner Erschaffung erfahren. Er versteht mit Hilfe seines Gewissens, dass Informationen, die von anderen Menschen kommen, unvollständig oder irreführend sein können. Meist widersprechen sich die Aussagen von Leuten und sind voller Ungereimtheiten. So kommt er ganz natürlich zu der Ansicht, die beste Anleitung um zu Allah zu gelangen, ist die Offenbarung von Allah. Folglich nimmt er den Quran, die letzte Schrift, die Allah offenbarte und die Er schützt, als Anleitung.

Diejenigen, die den Quran ignorieren, folgen ihrem Gewissen nicht

Wie viele Menschen auf der Erde haben den Quran nie gelesen und sich nie darüber Gedanken gemacht? Allah hat den Menschen eine Schrift gesandt, die sie vor warnt, dass sie nach ihrem Tod darüber befragt werden, ob sie das, was in dieser Schrift steht, beachtet haben oder nicht. Das Ergebnis führt sie entweder zum Paradies oder zur Hölle. Selbst wenn manche Leute das nicht begreifen, indem sie ihrem Gewissen folgen, haben sie doch davon gehört und wissen davon. Dennoch lesen sie den Quran nicht. Sie fragen nicht einmal danach, was in der Schrift geschrieben steht, nach der sie am Tag des Gerichts verantwortlich gemacht werden.

Jemand bekommt beispielsweise einen Brief von seiner Arbeitsstelle oder Schule in einem Umschlag, auf dem zu lesen ist: Von größter Wichtigkeit für Ihre Karriere oder Bildung! Er wird aufgefordert, diesen Brief zu lesen und die darin gestellten Anforderungen bis zu einem bestimmten Datum zu erfüllen. Was wird er tun? Wird er den Brief einfach an die Wand heften, ohne ihn überhaupt zu lesen, oder einfach in eine Schublade legen, oder ihn lesen aber ignorieren, was darin steht?

Seine Weisheit und sein gesunder Menschenver-stand sagen ihm eindeutig, diesen Brief zu lesen. Aber die meisten Menschen rühren wegen der Achtlosig-keit, in der sie sich befinden, keinen Finger, um die allerwichtigste Schrift zu lesen, die es gibt: die Bot-schaft Allahs an Seine Menschen.

Die Tatsache, dass die Leute die Schrift, die Allah gesandt hat, ignorieren, wird im Quran wie folgt geschildert:

Und der Gesandte hat gesagt: 'Mein Herr, mein Volk nimmt diesen Quran als bedeutungslos.' (Suratu-l-furqan 25:30)

Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, eine Bestätigung für das, was bei ihnen ist, verwarf ein Teil von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, die Schrift Allahs hinter ihre Rücken, als ob sie sie nicht kennen. (Suratu-l-baqara 2:101)

In diesem Vers verweist der Ausdruck "als ob sie sie nicht kennen" darauf, dass die Leute die Schrift Allahs ignorieren, obwohl sie sie kennen. Jeder weiß tief in seinem Gewissen, dass er den Quran zu lesen und anzuwenden hat, aber die Mehrheit ignoriert ihn. Der Grund dafür ist, dass die Leute ihrem Gewissen nicht folgen.

GEWISSEN UND QURAN ZEIGEN DEM MENSCHEN DEN
WAHREN SINN DES LEBENS

Und habt ihr damit gerechnet, dass Wir euch überflüssigerweise geschaffen haben, und dass ihr nicht zu Uns zurückkehrt? (Suratu-l-muminun 23:115)

Ein Mensch, der mit Hilfe seines Gewissens denkt, wird über den Sinn seines Lebens nachdenken und im Laufe seiner Suche nach der Antwort sich natürlicherweise dem Quran, Allahs Offenbarung, zuwenden. Wenn jemand beabsichtigt, den Quran zu lesen, ist es von größter Wichtigkeit, dass sein Gewissen offen bleibt und dass er jeden Vers mit großer Aufrichtigkeit liest, mit der Absicht, das Gelesene anzuwenden und danach zu leben. Wer den Quran liest, wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn seiner Erschaffung finden. Im Quran wird dieser Sinn wie folgt beschrieben:

Und Ich habe die Dschinn und die Menschheit zu nichts sonst geschaffen, außer dass sie Mir dienen, Ich möchte von ihnen keine Versorgung, und Ich möchte nicht, dass sie Mich speisen! Ja, Allah, Er ist der Versorger, voller fester Kraft. (Suratu-l-dsarijat 51:56-58)

Der Zweck des Menschenlebens auf dieser Erde ist, dass der Mensch geprüft wird:

Derjenige, der das Sterben und das Leben geschaffen hat, damit Er euch prüft, welcher von euch am besten ist im Tun, und Er ist der Mächtige, der Verzeihende. (Suratu-l-mulk 67:2)

Wir haben ja, was auf der Erde ist, als Schmuck für sie gemacht, damit Wir sie prüfen, welcher von ihnen am besten handelt. (Suratu-l-kahf 18:7)

Wir haben ja den Menschen aus einem Tropfen Vermischungen geschaffen, Wir prüfen ihn, also haben Wir ihn hörend, sehend gemacht, Wir haben ihn ja den Weg rechtgeleitet - gleich, ob er dankend oder ob er dankverweigernd ist. (Suratu-l-insan 76: 2-3)

Wer die voranstehenden Verse liest, wird verstehen, dass Allah das Leben zur Prüfung des Menschen schuf. Dann wird er sofort an sein eigenes Leben und auch an das anderer denken. Die meisten Menschen um ihn herum hetzen und mühen sich ab für das Leben in dieser Welt. Sie haben sehr genaue Pläne, die allesamt weltliche Angelegenheiten betreffen: die Schule, die sie besuchen werden, den Beruf, den sie ergreifen werden, ihre Heirat, ihre Kinder, das Haus, in dem sie leben werden, das Auto, das sie kaufen werden, wie hoch ihr Einkommen sein wird, wo sie das neue Jahr verbringen werden, was sie für Geburtstagsgeschenke erhalten werden, ihren Ruhe-stand, die Ferien, die sie machen usw. Jeder Mensch hat solche Pläne und Ziele im Sinn, obwohl interessanterweise niemand sich die Zeit nimmt, über den wahren Sinn seines Daseins in der Welt nachzudenken. Ein bewusster Mensch, der dieses Verhalten miterlebt, versteht, was es eigentlich ist: Achtlosigkeit und Torheit. Es ist Allah, der den Menschen geschaffen hat, ihm Leben gab und ihn weiterleben lässt. Allah hat den Sinn der Schöpfung sehr deutlich gemacht: Ihm zu dienen. Das Einzige, was den Menschen wirklich glücklich macht, ist, sich in Ergebung vor Allah zu beugen, dem Sinn seiner Erschaffung gemäß, und alles, was er hat, Ihm zu widmen, um Seine Zufriedenheit zu finden. Doch die meisten Menschen leben achtlos und gierig weiter, gerade so als ob sie diese Tatsache gar nicht kennen würden und als ob sie nur in diese Welt gekommen seien, um sich zu vergnügen. Auf der an-deren Seite sieht ein Mensch, der mit Hilfe seines Gewissens denkt, dass die Mehrheit der Menschen in eine gefährliche Lage der Nachlässigkeit geraten ist. So erkennt er, dass andere Menschen kein Maßstab für ihn sein können und dass es ihn hindert, der Schrift Allahs zu folgen und den Quran als seine einzige Anleitung anzunehmen, wenn er anderen Menschen folgt und sagt: "Die meisten handeln so!"

MIT SICHERHEIT AN DAS JENSEITS GLAUBEN

Der Mensch, der begriffen hat, dass er auf diese Welt kam, um von Allah geprüft zu werden, bewegt sich dann auf einen anderen Gedanken zu. Wenn wir geprüft werden, kann der Tod nicht das Ende sein. Es muss auch ein Ergebnis dieser Prüfung geben. Unter all den Menschen, die in der Vergangenheit lebten, gab es Tyrannen, Ausschweifende, Mörder und ebenso die Gesandten Allahs und andere Leute mit sehr wachem Gewissen, die ihr gesamtes Leben Allah weihten. Es gab auch die armen und elenden Menschen, die unterdrückt wurden. Die aus der Vergangenheit sind alle tot, sowohl die Guten wie die Bösen in ihren Gräbern. Heute ist von ihnen bis auf Skelettreste nichts übrig. Allah, der ewige Gerechtigkeit innehat, lässt das Leben dieser Welt so nicht enden.

Kurz gesagt, das Gewissen des Menschen sagt ihm, dass Allah jedem Menschen voll und ganz vergilt, was er getan hat. Da die Begleichung in dieser Welt nicht vollkommen ist, muss es einen Ort geben, zu dem hin sie aufgeschoben wird.

Menschen, die ihr Gewissen heranziehen, finden auch im Quran die Antwort. Allah sagt im Quran, dass Er die Begleichung bis nach dem Tod aufgeschoben hat, wenn jedermann alles, was er im Leben dieser Welt beging, voll und ganz vergolten wird.

Zu Ihm ist eure Rückkehr, allesamt, das Versprechen Allahs als Wahrheit, Er hat ja die Schöpfung erstmals begonnen, dann bringt Er sie wieder, damit Er denjenigen, die glauben und rechtschaffen handeln, mit Gerechtigkeit vergilt, und für diejenigen, die den Glauben verweigern, gibt es einen Trank von Siedendheißem und schmerzende Strafe, weil sie immer den Glauben verweigert haben. (Sura Yunus 10:4)

Und allen bezahlt ja dein Herr unbedingt ihre Taten voll, Er ist ja dessen kundig, was sie tun. (Sura Hud 11:111)

Diejenigen, die sich mit Hilfe ihres Gewissens auf den Quran beziehen, verstehen, dass Allah alles weiß, was sie tun, und dass jede gute und jede böse Tat vergolten wird. Keine Tat wird übersehen, wie viele Leute es fälschlicherweise annehmen. Allah gibt im Quran den Tag der Abrechnung und des wahren Lebens bekannt, das jedermann nach seiner Abrechnung erwartet.

Das Leben dieser Welt ist ein vorübergehender Bereich der Prüfung, und das wahre Leben ist das Leben im Jenseits, im Paradies oder in der Hölle. Nach dem Tod wird jedermann nach seinen Handlungen befragt, an einem von Allah festgesetzten Tag. Wer so lebte, wie Allah es wünscht, wird für immer im Paradies leben - der wunderbarsten Bleibe für einen Menschen. Was die anderen angeht, werden sie für immer in der Hölle leben, wo es die schlimmsten Schmerzen und Nöte gibt. Es ist eine im Quran und auch durch das Gewissen und die Weisheit mitgeteilte Tatsache, dass das wirkliche Leben nach dem Tod beginnt und jeder in andere Verhältnisse gelangt, je nach seinem Verhalten in dieser Welt. Es passt den Leuten nicht, ihrem Gewissen in einem Leben zu folgen, das sie mit Scherzen, Herumalbern und in Routine verbringen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Jeder verfolgt Pläne, die im Leben dieser Welt Nutzen bringen sollen, aber keiner dieser Pläne betrifft den Tod oder das Jenseits. Dabei ist aber gerade der Tod eine viel sichere Wirklichkeit als all diese geplanten Geschehnisse. Die Leute beziehen aber den Tod nicht in ihre Überlegungen mit ein. Sie versuchen so zu leben, als ob sie nie sterben würden.

Was kann dann der Grund dafür sein, dass die Mehrheit der Leute diese wichtige Tatsache in ihrem Leben ignoriert?

Um diese Frage zu beantworten, musst Du einen Moment nachdenken: Wie oft hast Du in Deinem Leben über den Tod nachgedacht? Hast Du je daran gedacht, dass Du eines Tages stirbst, alle Deine Lieben, die Dich begraben haben, dann die Grabstätte verlassen und mit ihrem Alltagsleben fortfahren werden, und alles, was Du jemals hattest, mit Deinem Tod aufhört? Hast Du Dir jemals vorgestellt, wie der Tod vonstatten geht? Dein Körper wird im Erdboden verrotten, aber was wird Deine Seele erleben?

Der Mensch hat eine Seele, und die Seele vergeht nicht. Nachdem der Mensch gestorben ist, beginnt für seine Seele ein neues Leben, aber hat er jemals darüber nachgedacht, was für ein neues Leben ihn erwartet? Wie die Mehrheit der Menschen hat er sich vielleicht nie über so etwas Gedanken gemacht. Denn hierüber nachzudenken entsetzt die Menschen. Sie wollen diesen Tatsachen so weit möglich aus dem Weg gehen. Wenn dieses Thema aufkommt, versuchen sie seine Auswirkung auf sie mit Witzen oder leichtfertigen Bemerkungen herunter zu spielen.

Warum versuchen dann fast alle Menschen so sehr, dieser Wirklichkeit zu entgehen, die mit Sicherheit eines Tages eintritt? Wird das Ignorieren sie verhindern? Natürlich nicht. Der Grund, weshalb die Leute es vermeiden, über den Tod und das Jenseits nachzudenken ist, dass dadurch ihr Gewissen in Aktion tritt, sie daran erinnert, dass sie Allah gegenüber verantwortlich sind und dass sie nach dem Tod Rechenschaft für ihre Taten ablegen werden. In dem Moment, in dem das Gewissen erwacht, verliert alles andere, das bis dahin getan wurde, seine Bedeutung, und der Mensch beginnt zu verstehen, was wirklich wichtig ist. Wenn er daran denkt, dass er eines Tages sterben wird, welche Bedeutung haben dann die Dinge, die er im Leben dieser Welt getan hat? Anfangs wird es ihm vielleicht schwer fallen, das zu verstehen, aber an den genauen Augenblick des Todes mit seinen Einzelheiten zu denken wird ihm helfen, alle diese Wahrheiten zu verstehen.

Der Tod kommt vielleicht gerade dann zu Dir, wenn Du ihn am wenigsten erwartest, und höchstwahrscheinlich wirst Du gar keine Gelegenheit haben, Dich darauf vorzubereiten. Es könnte schon jetzt sein, oder in ein paar Augenblicken, oder zu einem entsprechenden Zeitpunkt in ein paar Jahren.

Das wahre Gewissen meldet sich, wenn der Todesengel und das Höllenfeuer erblickt werden

Du hast vielleicht schon jemanden sterben sehen, aber das, was Du da gesehen hast, ist das Sterben des Körpers. Doch es gibt auch die Erfahrung der Seele beim Tod, die nur von dem Menschen erlebt wird, der sie selbst macht. Anwesende werden nur das Sterben des Körpers wahrnehmen, das im Falle eines Menschen, der auf natürliche Weise in seinem Bett stirbt, sehr friedvoll erscheinen mag oder aber auch im Falle eines Unfallopfers oder eines Kranken sehr beängstigend. Aber das, was die Seele beim Tod durchmacht, ist ganz anders, als es erscheint.

Wenn der Mensch, der stirbt, ein Gläubiger ist, dann wird seine Seele mit Leichtigkeit von ihm genommen, und er empfängt von zwei Engeln die freudige Nachricht, dass sein wunderbares ewiges Leben beginnt. Dieser Mensch ist weder furchtsam noch traurig, denn er hat die unendliche Freude zu wissen, dass er auf ewig in Glückseligkeit und Frieden sein wird. Diese Tatsache erwähnt der Quran wie folgt:

… welche die Engel zu sich nehmen als Gute. Sie sagen: 'Frieden auf euch, tretet ein in den Paradiesgarten wegen dem, was ihr getan habt.' (Suratu-nahl 16:32)

Das größte Erschrecken macht sie nicht betrübt, und es begegnen ihnen die Engel: 'Dies ist euer Tag, der euch versprochen wurde.' (Suratu-l-anbija 21:103)

Im Falle eines Menschen, der sein Leben nicht in Übereinstimmung mit Allahs Wunsch gelebt hat, wird das, was seine Seele erlebt, der Anfang eines Lebens voller Qualen sein, ganz gleich, wie sein Körper gestorben ist. Allah warnt diese Menschen im Quran:

Und wie, wenn die Engel sie zu sich nehmen, - sie schlagen ihre Gesichter und ihre Rücken! (Sura Muhammad 47:27)

Aus diesem Grund wird das Bemühen, Dir den Augenblick des Todes vorzustellen, Dich mit Sicherheit zu aufrichtigem und gewissenhaftem Verhalten führen.

Der Tod kann kommen, während Du Auto fährst oder sonst etwas routinemäßiges tust. Ganz plötzlich verändert sich Dein Blickfeld, und Du siehst die beiden Engel des Todes. Die Engel des Todes können für jene, die ihr Leben nicht in Übereinstimmung mit Allahs Zufriedenheit lebten, und die den Tod und das Jenseits ignorierten, ganz fürchterliche Erscheinungen sein. Im Quran wird gesagt, dass sie ihre Hände nach dem Menschen ausstrecken, dessen Leben sie nehmen, ihn dicht an sich heranziehen und ihm eine erniedrigende, endlose Qual ankünden, während sie ihn auf Gesicht und Rücken schlagen. Das Trennen der Seele vom Körper verursacht größten Schmerz. Dieser Zeitpunkt ist in der Sure mit der Auferstehung beschrieben:

Und Gesichter sind an diesem Tag düster, Du meinst, dass ihnen davon das Rückgrat gebrochen wird, Keineswegs! Wenn sie die Schlüsselbeine erreicht, Und es wird gesagt: 'Wer ist ein Beschwörer?', Und er meint, dass es die Trennung ist, Und sich Wade an Wade drängt, Zu deinem Herrn ist an diesem Tag das Hintreiben, Und er hat nicht für wahr gehalten, und er hat nicht gebetet, Sondern er hat abgeleugnet, und er hat sich abgekehrt. (Suratu-l-qijama 75:24-32)

Auch Du wirst ganz sicher den Augenblick des Todes erleben. Was wird dann für Dich wichtig und was bedeutungslos? Was wirst Du bereuen, nicht getan zu haben? Wessen Rat befolgt zu haben wirst Du Dir wünschen? Wen nie getroffen zu haben wirst Du Dir wünschen? Wie wichtig werden Dir Einzelheiten Deiner Arbeit sein? Von welcher Bedeutung ist ein Kleidungsstück, das Du bei einer Party trägst, oder die Meinung der Leute über Deine äußere Erscheinung im Vergleich zur Tatsache des Jenseits?

Wer diese Fragen wirklich aufrichtig beantwortet, kann mit dem, was sein Gewissen ihm sagt, zurechtkommen. Wenn jemand im Laufe seines Lebens nicht auf Allahs Wohlgefallen geachtet hat und nicht sein Bestes getan hat, um Allahs Gutheißung zu erlangen, dessen stärkstes Gefühl zusätzlich zur Furcht, die er im Augenblick des Todes verspürt, wird ein unaufhörliches Bereuen sein. Reumütige Gedanken wie "Hätte ich doch nicht auf diese oder jene Person gehört! Hätte ich doch regelmäßig gebetet! Hätte ich doch um Allahs willen gelebt!" usw. gehen ihm durch den Sinn.

Inzwischen nehmen die Auswirkungen des Todes noch mehr zu, denn die beiden Engel schleifen diesen Menschen zur Hölle, während sie ihn erniedrigen. Bevor jemand in die Hölle gelangt, wird jeder einzeln befragt, und sie sehen, weshalb sie in die Hölle kommen. Zu dieser Zeit wird der Mensch unbeschreibliche Abscheu wegen all dem verspüren, das er getan und gedacht hat, und sein gesamtes Leben wird ihm in allen Einzelheiten vorgeführt. Die Gedanken, von denen er annahm, dass sie niemand kennt, und viele andere Ereignisse, die er selbst schon vergessen hat, werden ihm vorgelegt.

An diesem Tag treten die Menschen getrennt heraus, damit ihnen ihre Taten gezeigt werden, Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Gutem tut, er sieht es, Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Schlechtem tut, er sieht es. (Suratu-l-zilzal 99:6-8)

Denke also darüber nach, was Du bereuen wirst, wenn Dir Dein gesamtes Leben in dieser Welt auf diese Weise vorgelegt wird. Wozu wirst Du sagen: "Hätte ich es doch nie getan! Oder "Hätte ich es doch nur getan!"? Dieses nicht wieder gut zu machende Bedauern an diesem Tag ist in den Quranversen erwähnt:

Dies ist der Tag der Wahrheit, also wer will, nimmt sich bei seinem Herrn einen Ort der Heimkehr. Wir haben euch ja gewarnt vor naher Strafe, einem Tag, an dem der Mensch sieht, was seine Hände vorausgeschickt haben, und der Glaubensverweigerer sagt: 'Wehe mir, wäre ich Staub.' (Suratu-naba 78: 39-40)

Auch werden die Menschen großen Zorn und Abneigung wegen dem gegen sich selbst verspüren, was sie in ihrem Leben in dieser Welt getan haben. Aber der Zorn und die Ablehnung Allahs ihnen gegenüber wird noch stärker sein. Die Glaubensver-weigerer werden angesprochen:

Denjenigen, die den Glauben verweigert haben, wird zugerufen: 'Bestimmt, der Greuel Allahs ist größer als euer Greuel über euch selber. Als ihr zum Glauben gerufen wurdet, da habt ihr den Glauben verweigert.' (Sura Ghafir 40:10)

Im Quran heißt es, dass an diesem Tag Bedauern und sich Erinnern nichts nützen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist alles abgeschlossen. Es wird nicht mehr möglich sein, in Ordnung zu bringen, was in der Vergangenheit geschah. Die Tore der Hölle werden für immer hinter dem Menschen geschlossen.

Und es wird an diesem Tag die Hölle herangebracht, - an diesem Tag lässt sich der Mensch ermahnen, und von wo gibt es dann für ihn Ermahnung? Er sagt: 'Wehe mir, hätte ich etwas vorausgeschickt für mein Leben.' Also an diesem Tag straft niemand wie mit Seiner Strafe, Und fesselt niemand wie mit Seinem Fesseln. (Suratu-l-fadschr 89:23-26)

Alle Menschen, selbst die meistfehlgehenden, werden in der Lage sein, ganz klar all das zu erkennen, was ihr Gewissen ihnen zum Zeitpunkt des Todes und bei der Abrechnung sagt, aber weil dann keine Umkehr mehr möglich ist, werden sie ihre Lage durch das Befolgen ihres Gewissens nicht mehr verändern können. Der Zweck dieses Buches ist es, die Menschen auf ihr Gewissen aufmerksam zu machen, solange noch Zeit ist, und sie einzuladen, ein Leben zu führen, mit dem sie ihre Vergangenheit in Ordnung bringen können und im Jenseits kein Bereuen verspüren müssen.

Der Unterschied zwischen Menschen, die stets ihrem Gewissen folgen und anderen, die das nicht tun, liegt in der Kraft des Glaubens an Allah und an das Jenseits, den Menschen mit Gewissen haben. Ein seinem Gewissen folgender Mensch verhält sich stets so, als ob er am Rand der Hölle befragt wird. So berichtet uns Allah zum Beispiel von manchen Seiner Gesandten, die stets an das Jenseits dachten:

Und erwähne Unsere Knechte Abraham und Isaak und Jakob, solche mit Tatkraft und Einblick, Wir haben ihnen ja das Gedenken der Heimstätte ganz ausschließlich gemacht. (Sura Sad 38:45-46)

 
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