Ein gläubiger Mensch ist gereinigt und unbelastet von Vielgötterei,
von der Hoffnung auf Hilfe durch die Traumgötter, um deren Wohlgefallen
und der Unter-jochung von ihnen. Er dient nur Allah und strebt
nur nach dem Wohlgefallen Allahs. Dies wird er beharrlich erstreben.
Wenn ein Gläubiger mehr als eine legale Auswahl vor sich hat,
dann muss er diejenige aussuchen, bei der er das höchsten Wohlgefallen
Allahs erwirbt.
Das Trachten nach dem höchsten Wohlgefallen Allahs könnte man
wie folgt beschreiben:
Das Leben eines Gläubigen sollte sich im "Kreis
des Rechts" bewegen. Die Verbote Allahs sind unumwunden bestimmt
und es sind nur wenige. Außer diesen Verboten sind alle Handlungen
und Verhaltens-weisen im Kreis des Rechts.
Außerdem ist es die Pflicht des Gläubigen, mit den
von Allah erlaubten Anordnungen und mit Scharfsinn und Klugheit
das höchsten Wohlgefallen Allahs zu erwerben.
In diesem Zusammenhang ist das Almosen dass auf dem Weg zu Allah
gespendet werden soll, ein gutes Beispiel. Der Gläubige hat sein
"Gut und Leben" Allah gewidmet. Die Möglichkeiten die er in der
Hand hat, sollte er unter Berücksichtigung des Wohlgefallens Allahs
wahrnehmen, aber es können sich ihm verschiedene Alternativen
bieten. Als Beispiel nehmen wir an, dass er eine beträchtliche
Geldsumme hat. Mit diesem Geld könnte er sich neue Kleidung kaufen.
Das ist erlaubt und zulässig; es gefällt Allah, auf seine Kleidung
zu achten, schön und gepflegt zu erscheinen. Aber es könnte eine
andere Möglichkeit geben, wie er das Geld ausgeben könnte um ein
höheres Wohlgefal-len Allahs zu erlangen. Zum Beispiel könnte
er das Geld einem Armen geben der das Geld dringender braucht,
oder das Geld überweisen für eine wichtige Arbeit, einen Nutzen
im Glauben. Mit diesen Hand-lungen könnte er ein höheres Wohlgefallen
Allahs erlangen. Das ist etwas, dessen Vorrang er durch sein Gewissen
selbst bestimmen muss.
Hier ein anderes Beispiel: Ein Gläubiger ist Verantwortlich "zum
Guten einzuladen, das Rechte zu gebieten und das Unrechte zu verbieten",
den Glauben kundzutun und gegen die Gewalt auf der Erde in einem
ideellen Kampf zu stehen. Das Wohlgefallen Allahs kann er gewinnen
indem er diese Verantwor-tung auf sich nimmt. Diese Verantwortung
gibt einigen Diensten Vorrang. Es würde falsch sein, etwas anderem
den Vorrang zu geben, auch wenn es von Allah erlaubt ist, wenn
soviel Arbeit vorhanden ist durch diese Verantwortung. Zum Beispiel
ist der Mann für seine Familie verantwortlich. Ihre Sicherheit
und ihr Lebensunterhalt werden vom Mann erwartet. Aber es wäre
keine gute Handlung eines Gläubigen, dies als Vorwand zu benutzen
und sich den oben angegebenen anderen Verantwortungen zu entziehen.
Mit ein wenig Nachdenken werden wir sehen, dass bei der Bevorzugung
des weniger Wertvollen das "Ego" wirkt. Wenn der Mensch den geringeren
Wert bei Allah dem höheren vorzieht, dann deswegen, weil er "einen
Anteil" für sich selbst zurücklegt. Aber das was gemacht werden
sollte ist, zu hundert Prozent das Wohlgefallen Allahs zu suchen
ohne für sich selbst etwas zurückzulegen. Wenn man bei einem Akt
neunundneunzig Prozent das Wohlgefallen Allahs und nur ein Prozent
für sein eigenes Begehren sucht, könnte es sein dass diese neunundneunzig
Prozent von Allah nicht anerkannt werden, weil dieser Mensch damit
sich selbst Gott beigesellt hat. Nur dieses eine Prozent würde
schon ausreichen um die restliche Bemühung als ungültig gelten
zu lassen. Der Zustand derjenigen, die bei einem Akt für Allah
Ihm andere beigesellen und einen Anteil für sich zurücklegen,
wird im Quran auf folgende Weise beschrieben:
Und sie haben von dem, was Er an Feldfrüchten
und Vieh wachsen ließ, für Allah einen Anteil bestimmt und sprechen:
"Dies ist für Allah" - ihrer Meinung nach - "und dies ist für
unsere Teilhaber." Was für ihre Gefährten ist, das kommt nicht
Allah zu, und was Allah gehört, das kommt ihren Gefährten zu.
Ihr Urteil ist miserabel. (Sure 6:136 - al-An'am)
Es ist schwer die Regel von Allahs Wohlgefallen einzuhalten,
wenn jemand bei Gefahr sein eigenes Haus und seine Familie verteidigt,
aber bei einem Angriff auf den Quran und die Gläubigen herumsitzt
und sich in andere Arbeiten vertieft. Solch eine Haltung ist ein
Vorgehen wie es das Selbst (an-nafs) vorsieht, es zeigt die Abhängigkeit
von seinem Ego. Das jedoch steht zur Grundlage des Islams die
"nur Allah dienen" ist, total im Gegensatz. Seinem eigenen Verlangen
nachzugehen, heißt im Quran, Allah Gefährten beizugesellen:
Hast du nicht den gesehen, der seine Gelüste
zum Gott nimmt? Könntest du etwa dafür verantwortlich sein? (Sure
25:43 - al-Furqan)
Aber ein Gläubiger hat seine Existenz, Güter, Seele, Leben und
Tod, alles Allah gewidmet. Die überlegene Eigenschaft des Gläubigen
wird im Quran wie folgt beschrieben:
Sprich: "Siehe, mein Gebet, mein Gottesdienst,
mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten."
(Sure 6:162 - al-An'am)
Eines der Geschehnisse in Bezug auf das höchste Wohlgefallen
Allahs in der Zeit der Propheten, die im Quran erzählt werden,
ist das Benehmen der Gläubigen im Krieg. Diesbezüglich wollten
die Gläu-bigen von den zwei Gegnergemeinschaften mit der Schwächeren
zusammenstoßen. Aber der Wohlgefal-len Allahs wäre gewesen, das
Schwierigere zu bewerben und somit also ein Krieg mit den Stärkeren.
Diese Geschehnisse erläutert uns Allah im Quran folgenderweise:
Damals verhieß euch Allah, dass eine der beiden
Gruppen euer sein solle, und ihr wünschtet, dass es die unbewaffnete
sein würde. Allah aber wollte die Wahrheit Seiner Worte bestätigen
und die Wurzel der Ungläubigen abschneiden, damit Er die Wahrheit
triumphieren lasse und das Nichtige als nichtig erwiese, auch
wenn es die Sünder nicht wollten. (Sure 8:7, 8 - al-Anfal)
Am Ende hat Allah die Gläubigen der stärkeren Gruppe gegenüber
gebracht. Er hat die Gläubigen zum höchsten Wohlgefallen Allahs
geführt. Und mit Hilfe Allahs siegten die Gläubigen.
Das oben genannte Beispiel der Vergangenheit ist ein Ereignis
für die Gläubigen, die in der Zeit unseres Propheten (s.a.w.s)
gelebt haben, dessen Umstände dem Zeitalter entsprechen. Aber
Muslime können in jedem Zeitalter mit verschiedenen Vorfällen
geprüft werden. Zum Beispiel sollten die Muslime unserer Zeit
gegen solche, die den Glauben und die Schöpfung nicht anerkennen
und die für die Verbreitung sittenloser Handlungen in der Gemeinschaft
arbeiten, in einem ideellen Kampf stehen. Die Gläubigen, die diese
Verantwortung der Bekämpfung tragen, stellen die höchste "Wohltat"
fest und sind verantwortlich für dessen Durchführung. Wenn man
obwohl man die Kraft dieser Anvertrauung besitzt, dennoch Arbeiten
erledigt, die keinen Vorrang haben, bedeutet dies tatsächlich,
sich von Allahs Wohlgefallen abzuwenden. Doch so etwas würde das
Gewissen eines Gläubigen nicht zulassen.
Er ist jemand, der von Allah ausgewählt wurde und dem Glauben
gegeben wurde. Ihm wurden die Verantwortung für den Frieden und
das Wohlsein auf Erden und die Verbreitung des Glaubens gegeben.
Der Gläubige ist verantwortlich sich für von Tyrannen unterdrückte,
schwache Männer, Frauen und Kinder anzustrengen, die sagen: "...Unser
Herr, führe uns aus dieser Stadt hinaus, deren Einwohner Unterdrücker
sind. Und gib uns von Dir einen Beschützer, und gib uns von Dir
einen Helfer!" (Sure 4:75 - an-Nisa).
Das höchste Wohlgefallen Allahs zu suchen, ist nicht nur ein
Thema das bloß bei der theoretischen Bekämpfung gilt. Der Gläubige
muss sein ganzes Leben, seine Gebete, jede seiner Taten, groß
oder klein, unter diesem Gesichtspunkt sehen.
Hier möchten wir an etwas Wichtiges erinnern: den Ausdruck das
"höchste Wohlgefallen Allahs" benutzen wir nur, um das Thema zu
erläutern. Sich von dem höchsten Wohlgefallen Allahs abzuwenden,
und eine zweitrangige Beschäftigung erledigen, ist total gegen
das Wohlgefallen Allahs. Folglich ist das Wohl-gefallen
Allahs nur das höchst gemachte. Etwas wie das Wenigere zu billigen
von Allah gibt es nicht.
Nicht das Wohlgefallen Allahs zu suchen und mit wenigerem zufrieden
zu sein, entsteht durch eine falsche Betrachtungsweise des Jenseits.
Es entspringt dem sicheren Glauben, man sei des Paradieses würdig.
Jedoch ist kein Mensch in der Lage zu behaupten, er gehöre ins
Paradies. Im Quran mahnt Allah den Propheten "...Doch
wenn Allah wollte, hätte Er in diesem Falle dein Herz versiegelt..."
(Sure 42:24 - asch-Schura). Infolgedessen ist klar, dass
niemand in der Lage ist, sich selbst zu entlasten. Der beschriebene
Gläubige im Quran sieht sich selber niemals sicher im Paradies,
er verfällt nicht solchen Gedanken. Der beschriebene Gläubige
betet zu Allah in "Furcht und Verlangen"
(Sure 7:56 - al-A'raf).
Personen die nicht wahre Gläubige sind und keine Gottesfurcht
besitzen, glauben, dass sie ins Paradies eingehen, denn sie denken,
sie bewerkstelligten doch Gutes. Diese Menschen benutzen Allahs
Attribut allverzeihend, für eine vollständig
falsche Logik, wie "uns wird sowieso verziehen". Das ist eine
Handlung dessen, die keine wahre Gottesfurcht haben wie erforderlich.
Allah beschreibt solche Menschen wie folgt:
Und auf sie folgten Generationen, welche zwar
die Schrift erbten, doch nur nach den Gütern dieser Welt greifen
und dabei sprechen: "Gewiss wird uns verziehen!" Und wenn sich
ihnen (wieder) ähnliche (irdische) Güter bieten, greifen sie (wieder)
danach. Wurden sie denn nicht durch die Schrift unter Verpflichtung
genommen, nur die Wahrheit über Allah auszusagen? Sie studieren
doch, was in ihr steht! Doch die Behausung des Jenseits ist besser
für die Gottesfürchtigen. Haben sie denn keine Einsicht? (Sure
7:169 - al-A'raf)
Weil ihnen auf der Welt alle Möglichkeiten offen stehen, lassen
sie sich irreführen und denken dass Allah sie liebt und sie im
Paradies reichlich bewirtet werden, obwohl sie ja nicht von der
Existenz Allahs vollständig überzeugt sind. Das Beispiel solcher
Menschen wird im Quran gegeben:
Und stelle ihnen das Gleichnis von zwei Männern
auf. Einem von ihnen gaben Wir zwei Rebgärten, umzäunt mit Palmen,
zwischen denen Wir ein Getreidefeld anlegten. Beide Gärten erbrachten
ihre Ernte, und so ermangelte nichts. Und Wir ließen mittendurch
einen Bach fließen. Und er trug ihm Früchte. Da sagte er während
ihrer Unterhaltung zu seinem Gefährten "Ich habe reicheres Vermögen
als du und verfüge über mehr Leute." Sich so gegen sich selbst
versündigend, betrat er seinen Garten und sprach: "Ich glaube
nicht, dass dies je zu Grunde geht. Und ich glaube auch nicht,
dass die Stunde je kommt. Und selbst wenn ich zu meinem Herrn
zurückgeholt werden sollte, fände ich dort gewiss besseres im
Tausch. (Sure 18:32-36 - al-Kahf)
Ein Gläubiger Mensch dagegen hat Angst vom Weg der Rechtschaffenheit
abzukommen. Das Gebet der Gläubigen in Bezug darauf ist im Quran
folgendermaßen erwähnt:
Unser Herr, lass unsere Herzen nicht mehr irregehen,
nachdem Du uns geleitet hast, und gib uns aus Deiner Gnadenfülle!
Siehe, Du bist der Schenken-de. (Sure 3:8 - Al-'Imran)
Und auf sie folgten generationen,
welche zwar die Schrift erbten, doch nur nach den Gütern
dieser Welt greifen und dabei sprechen:"Gewiss wird uns
ver-ziehen!" Und wenn sich ihnen (wieder) ähnliche (irdische)
Güter bieten, greifen sie (wieder) danach…… Wurden sie denn
nicht durch die Schrift unter Verpflichtung genommen, nur
die Wahrheit über Allah auszusagen? Sie studieren doch,
was in ihr steht! Doch die Behausung des Jenseits ist besser
für die Gottesfürchtigen. Haben sie denn keine Einsicht?
(Sure 7:169-al-A'raf)
Es muss hier beachtet werden, dass die Furcht des Gläubigen keine
Angst ist, die ihm Unbehagen oder Beunruhigung bringt. Ganz im
Gegenteil ist dies eine Furcht, die dem Gläubigen Frieden gibt,
ihn fürs Paradies motiviert und ihn zu gottgefälligen Taten anspornt.
Der Gläubige zielt auf dieser vorübergehenden und kurzen Welt
darauf ab, Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Er denkt nur an das
große Ereignis, mit dem er konfrontiert werden wird. Er wird eines
Tages sterben und vor seinem Herrn über alles Rechenschaft ablegen
müssen, was er getan hat. Diese Rechenschaft wird ihn entweder
zur Vernichtung oder zur Glück-seligkeit führen. Es ist unvernünftig,
anderen Zielen nachzulaufen oder nicht zu beachten, dass man einem
so großen und wichtigen Ereignis gegenüberstehen wird.
Der Gläubige ist zur Erreichung seiner Glückselig-keit dafür
verantwortlich, "das höchste Wohlgefallen Allahs" zu suchen. Das
höchste Wohlgefallen Allahs nicht zu suchen bedeutet, sich der
Gefahr nicht bewusst zu sein, der man gegenübersteht. Um vor der
Hölle und der Verdammnis durch Allah gerettet zu werden, soll
man alles tun, was man kann und sich darum ernsthaft bemühen.
Einige Beispiele bezüglich unseres Benehmens und unserer Bemühungen,
die wir unternehmen, wenn wir im Diesseits mit den Gefahren konfrontiert
werden, können uns behilflich sein, um besser zu begreifen, wie
man das höchste Wohlgefallen Allahs suchen kann:
Nehmen Sie an, dass Sie mit einer riesigen Flut
konfrontiert sind und dass das Wasser sehr schnell steigt. Würden
Sie in einem zehnstöckigen Apartment-haus ganz nach oben gehen,
um sich zu retten oder würden Sie im fünften Stock bleiben und
sagen "Dieser Stock ist hoch genug, um mich zu retten"?
Denken Sie daran, dass es einen Aufzug gibt, der
zum obersten Stock führt. Dieser Aufzug ist nicht kostenlos
und er wird nur einmalig in Betrieb sein. Wir haben genau soviel
Geld bei uns, um mit dem Aufzug bis zum höchsten Stock zu gelangen.
Würden wir in einem solchen Fall nicht das ganze Geld geben,
was wir bei uns haben? Oder würden wir in einem der unteren
Stockwerke aussteigen, wo noch Gefahr besteht und die Flut uns
einholen könnte?
Lassen Sie uns annehmen, dass es im fünften Stock
dieser Wohnung eine Party gibt. Würden Sie an dieser Party teilnehmen
oder sich bemühen, eine Lösung zu finden, um zum obersten Stock
zu gelangen?
Nehmen wir an, dass einer ihrer engen Freunde einen
Herzanfall bekommen hat und dass er sofort ins Krankenhaus gebracht
werden soll. Würden Sie in einem solchen Fall das Auto
mit Höchstgeschwindig-keit fahren oder würden Sie sich mit weniger
Ge-schwindigkeit begnügen und denken, dass er noch ein bisschen
aushalten soll?
Wie aus den obenerwähnten Beispielen ersichtlich ist,
ist der Mensch angesichts der Gefahr ganz wachsam und tut sein
möglichstes, um daraus gerettet zu werden. Die größte
Gefahr für die Menschen ist jedoch die Hölle. Natürlich spielt
es beim Erlangen des Wohlgefallens von Allah eine große Rolle,
sich vor dieser Gefahr zu schützen.
Lassen Sie uns jetzt einen Augenblick annehmen, wir befänden
uns am Rande der Hölle, wo am Tage der Auferstehung alle Menschen
sich versammeln werden und dass wir die Hölle mit ihrem ganzen
Entsetzen gesehen hätten… Würden wir nicht ohne zu zögern das
höchste Wohlgefallen Allahs auswählen, wenn wir in einem solchen
Fall Alternativen hätten?
Wenn ein Mensch zur Hölle geschickt wird, wird er nicht mehr
die Möglichkeit haben, eine Wahl zu treffen, er wird nur noch
Rechenschaft über das ablegen müssen, was er auf der Welt getan
hat. Aus diesem Grund soll er sich von nun an nach derselben Logik
verhalten. Tatsächlich soll ein Gläubiger sich immer dessen bewusst
sein, dass die Hölle den Menschen sehr nahe ist und er soll immer
darüber nachdenken, dass er jeden Augenblick ins Jenseits gehen
könnte. Denn es wurde im Quran viele Male ausgedrückt, dass die
Reue, welche im Jenseits empfunden wird, den Menschen keinen Nutzen
mehr bringen wird:
Und darin werden sie schreien: "O unser Herr!
Nimm uns heraus! Wir wollen rechtschaffen handeln, nicht wie wir
zuvor gehandelt hatten." Gewährten Wir euch denn kein langes Leben,
so dass jeder, der sich ermahnen lassen wollte, sich hätte besinnen
können? Und der Warner kam (doch auch) zu euch. So kostet (die
Strafe); denn die Missetäter haben keinen Helfer. (Sure 35:37
- al-Fatir)
Auf der anderen Seite soll sich der Mensch genauso ernsthaft
darum bemühen, Allahs Gnade zu erwerben, wie er sich darum bemüht,
sich aus der Gefahr zu erretten. Es ist unvernünftig, mit dem
Geringen im Paradies zufrieden zu sein. Würden Sie nicht soviel
Gold mitnehmen, wie sie könnten, wenn Sie eine Insel voller Gold
mit einem Schiff verlassen würden? Ein Gläubiger soll im Jenseits
nicht sagen müssen: "Hätte ich das doch auch gemacht!" Deswegen
soll er immer das höchste Wohlgefallen Allahs auswählen, indem
er auf der Welt alle Möglichkeiten nutzt.
Die Ungläubigen tun alles, was sie können, um die Welt, die nichts
anderes als ein vergänglicher Genuss und ein kleiner Gewinn ist
(Sure 3:197 - Al-'Imran), (Sure 40:39 - Ghafir), zu gewinnen.
Neben diesem vergänglichen Genuss, der mit großer Enttäuschung
enden wird, gibt es für die Gläubigen Allahs Wohlgefallen, Seine
Barmherzigkeit und Sein Paradies. Der Gläubige soll sich stark
darum bemühen, Allahs Wohlgefallen, Seine Barmherzigkeit und Sein
Paradies zu erwerben.
Der Schlüssel zu Allahs Wohlgefallen: das
Gewissen
Ein Gläubiger soll in jedem Stadium seines Lebens unter den Alternativen,
denen er gegenübersteht, immer das höchste Wohlgefallen Allahs
auswählen. Das wichtigste Kriterium, das den Gläubigen hilft,
um entscheiden zu können, welche Alternative das höchste Wohlgefallen
Allahs bewirkt, ist das Gewissen.
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den Gläubigen und
anderen Menschen ist, dass die Gläubigen sich immer nach ihrem
Gewissen richten, während die Ungläubigen sich an ihr Selbst (an-nafs)
halten, das immer das Böse befiehlt. Folglich zeigt ein Gläubiger
seinen natürlichsten Zustand, wenn er sein Gewissen beachtet.
Aber dies bedeutet nicht, dass die Seele auf den Gläubigen keine
Wirkung hat. Wie auch der Prophet Joseph sagt: "Doch
ich will mich nicht selber reinwaschen. Seht, der Mensch ist zum
Bösen geneigt..." (Sure 12:53 - Yusuf). Und es bietet den
Menschen immer wieder Alternativen gegen das Wohlgefallen Allahs
und macht diese Alternativen sehr attraktiv.
Unser Herr, lass unsere Herzen nicht
mehr irregehen, nachdem Du uns geleitet hast, und gib uns
aus Deiner Gnadenfülle! Siehe, Du bist der Schenkende.
(Sure 3:8 - Al-'Imran)
Der Gläubige rettet sich vor diesen Spielen der Seele mit seinem
Gewissen. Im Fall einer Auswahl ist die erste Alternative, nach
der sich der Gläubige richtet, im allgemeinen das höchste Wohlgefallen
Allahs. Dann wird die Seele versuchen, die anderen Alternativen
den Menschen als wohlgefällig erscheinen zu lassen und Vorwände
zu finden, um diese zu legitimieren. Ohne diese willkürlichen
Vorwände zu beachten, soll der Gläubige sich nach der ersten und
absolut richtigen Alternative richten, zu welcher sein Gewissen
ihn führt.
Für Allah lieben
Das ist es, was Allah Seinen Dienern verheißt,
die glauben und das Rechte tun. Sprich: "Ich verlange dafür keinen
Lohn von euch. Aber liebt dafür (euere) Nächsten." Wer eine gute
Tat begeht, dem werden Wir gewiss noch mehr an Gutem erweisen.
Allah ist fürwahr verzeihend und erkenntlich. (Sure 42:23 - asch-Schura)
Ein Gläubiger widmet sein ganzes Leben Allah. Er lebt für Allah,
arbeitet für Allah und liebt für Allah.
Was es bedeutet, für Allah zu lieben, könnte unverständlich sein
für jemanden, der den Islam mit seinem wahren Sinn nicht kennt.
Einer, der sein ganzes Leben lang von Allah entfernt geblieben
ist, und der Ihn nicht erkennt, wird auch nicht wissen, wie er
Allah lieben soll.
Aber der Gläubige, der Allah erkennt, Seine große Barmherzigkeit
gegen ihn sieht und der bemerkt, dass er seine Existenz der Barmherzigkeit
Allahs zu verdanken hat und dass alles, was er liebt und ihm gefällt,
ihm von Allah gegeben wird, liebt Allah und erreicht den edlen
Geist der Liebe zu Allah.
Im Quran wird der große Unterschied zwischen den Gläubigen und
anderen Menschen in diesem Sinn folgendermaßen erklärt:
Und doch gibt es Leute, die neben Allah Ihm angeblich
Gleiche setzen und sie lieben, wie man Allah (nur) lieben soll.
Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah... (Sure
2:165 - al-Baqara)
Wie aus dem obenerwähnten Vers ersichtlich ist, lieben diejenigen,
die Allah Götter zur Seite stellen und die die Attribute von Allah
anderen Wesen zuschreiben, diese Wesen wie Allah selbst. Diese
Liebe jedoch basiert auf dem Götzendienst.
Gläubige, die sich bewusst sind, dass alles Allah gehört und
die Existenz aller Wesen in Allah gründet, lieben Allah am meisten.
Dieser große Unterschied, der sich daraus ergibt, dass die Gläubigen
Allah als den Einen und Einzigen erkennen, zeichnet sie vor anderen
Menschen aus. Im Quran informiert Allah uns, dass die Ungläubigen
es nicht aushalten können, wenn die Gläubigen Allah "den Einzigen"
nennen:
...Und wenn du deinen Herrn im Quran als den
Einzigen erwähnst, wenden sie ihren Rücken voll Abneigung. (Sure
17:46 - al-Isra')
Es soll aber auch erwähnt werden, dass die Götzen-diener sich
nicht unbehaglich fühlen, wenn Allah neben ihre Götzen gestellt
wird. Beispielsweise, die Logik "Wir sind Muslime aber gleichzeitig
führen wir unser Leben, wie wir wollen" bildet die Grundlage ihres
Gedankens. Die Tatsache jedoch, die der Gläubige bemerkt, ist
folgende:
Nichts (kein Mensch, kein Tier, kein Ding, kein
Ereignis) besitzt eine Schönheit aus Sich selbst heraus. Allah
hat alles erschaffen und Er hat alles mit Schönheit ausgestattet.
Da eine Person beispielsweise ihr Gesicht nicht selbst entworfen
und geschaffen hat, gehört die Schönheit ihres Gesichts Allah.
Allah gibt diese Schönheit den Menschen, den Er
aus dem Nichts erschaffen hat, nur für kurze Zeit. (Denn der
Mensch wird bald älter werden und sterben.) Nur Allah besitzt
die Kraft, diese Schönheit im Jenseits noch einmal und noch
perfekter zu erschaffen.
Wie der Mensch wurden auch alle anderen großartigen
Geschöpfe von Allah erschaffen und "liebenswert" gemacht. Und
um daran zu erinnern, dass Er der wahre Besitzer dieser Schönheit
ist, wird Er alle diese Geschöpfe mit dem individuellen Tod
oder mit dem allgemeinen Tod am Jüngsten Tag vernichten. Im
Jenseits werden alle Wesen wieder erschaffen werden.
Aus diesem Grund liebt der Gläubige alle Schönheit, indem er
weiß, dass sie zu Allah gehört und dass die Originale dieser Schönheit
sich im Jenseits befinden. Allah ist der wahre Besitzer aller
Schönhei-ten.
Im Gegensatz zu den Ungläubigen basiert die Liebe der Gläubigen
auf dem Glauben an Allah. Die Liebe der Ungläubigen gründet sich
jedoch auf den Götzendienst. Im Quran wird eine solche Liebe mit
den Worten vom Propheten Abraham (a.s.) wie folgt erklärt:
Und er sprach: "Ihr habt anstelle von Allah Götzen
angenommen, in gegenseitiger Liebe zum irdischen Leben. Dann aber,
am Tage der Auferstehung wird einer von euch den andern verleugnen,
und verfluchen. Eure Wohnung wird dann das Feuer sein, und ihr
werdet keinen Beistand finden." (Sure 29:25 - al-'Ankabut)
Said Nursi, auch bekannt als Bediuzzaman (das Wunder des Zeitalters),
ein islamischer Gelehrter des 20. Jahrhunderts, vergleicht diese
Art der Liebe mit der Liebe eines Menschen, der durch den Spiegel,
den er in seiner Hand hält, die Sonne betrachtet. Wenn der Spiegel
zerbrochen wird und er das Licht nicht mehr reflektiert, fühlt
sich dieser Mensch unbehaglich, aus Angst, dass er das Licht verlieren
könnte. Aber das ist Unsinn: Das Licht im Spiegel gehört nicht
dem Spiegel, wie kann dann das Licht verloren gehen, wenn er zerbrochen
wird? Das Licht gehört der Sonne; Spiegel reflektieren es nur.
Ein Gläubiger jedoch zeigt seine ganze Liebe zu Allah. Allah
lieben bedeutet die Geschöpfe zu lieben, indem man bemerkt, dass
sie die Attribute Allahs reflektieren und dass diese Attribute
in Wirklichkeit zu Ihm gehören, wie uns das Spiegelbeispiel klarmacht.
Infolgedessen zeigt ein Gläubiger seine Liebe zu Allah, indem
er die anderen Gläubigen liebt, in denen sich Allahs Attribute
manifestieren und die die moralischen Werte angenommen haben,
die den Gläubigen von Allah befohlen werden. Diese Art Liebe basiert
nicht auf einer Blutsverwandtschaft, derselben Rassen-zugehörigkeit
oder auf irgendwelchen Vorteilen. Es ergibt sich aus der Liebe
zu Allah daraus, diejenigen zu lieben, die Allah lieben. Im Quran
wird diese Liebe unter den Gläubigen folgendermaßen ausgedrückt:
Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im
Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten,
und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben
wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn
sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht
bewahrt ist - denen ergeht es wohl. (Sure 59:9 - al-Haschr)
Allah macht im Quran klar, dass die Liebe, die den Gläubigen
entgegen gebracht wird, ihnen von Allah speziell gewährt worden
ist:
Siehe, diejenigen, die glauben und Gutes tun,
denen wird der Erbarmer Liebe erweisen. (Sure 19:96 - Maryam)
"O Johannes! Halte an der Schrift fest!" Und
Wir gaben ihm Weisheit, als er noch ein Kind war, und Mitgefühl
und Reinheit von Uns. Und er war fromm. (Sure 19:12, 13 - Maryam)
Gläubige lieben nur Allah und die, die an Allah glauben. Aus
diesem Grund erweisen denen, die sich gegen Allah auflehnen, keine
Liebe. In folgenden Quranversen wird dieses Thema folgendermaßen
betont:
O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht meinen Feind und eueren
Feind zu Freunden. Ihr zeigt ihnen Zuneigung, obwohl sie an die
Wahrheit, die zu euch gekommen ist, nicht glauben. Sie vertreiben
den Gesandten und euch, weil ihr an Allah, eueren Herrn, glaubt.
Obwohl ihr zum Kampf auf Meinem Wege und im Trachten nach Meinem
Wohlgefallen auszieht, zeigt ihr ihnen insgeheim Zuneigung. Doch
ich weiß sehr wohl, was ihr verbergt und was ihr zeigt. Wer aber
von euch sich so verhält, der ist vom rechten Pfad abgeirrt...
Der Prophet steht den Gläubigen näher
als sie sich selbst… (Sure 33:6-al-Ahzab) Siehe, diejenigen,
die glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe
erweisen.
(Sure 19:96 -Maryam)
...Ihr habt ein schönes Beispiel an Abraham und
den seinigen, als sie zu ihrem Volk sprachen: "Seht, wir haben
nichts mit euch und mit dem, was ihr außer Allah anbetet, zu schaffen.
Wir wollen nichts von euch wissen. Und zwischen uns und euch herrscht
Feindschaft und Hass so lange, bis ihr an Allah alleine glaubt...
(Sure 60:1, 2 - al-Mumtahina)
O ihr, die ihr glaubt! Seht weder in eueren Vätern
noch in eueren Brüdern Freunde, solange sie den Unglauben dem
Glauben vorziehen. Wer von euch sie sich doch zu Freunden nimmt,
das sind die Übeltäter. (Sure 9:23 - at-Tauba)
Du wirst kein Volk finden, das an Allah glaubt
und an den Jüngsten Tag und dabei den liebt, der Allah und Seinem
Gesandten zuwiderhandelt, und wären es ihre Väter oder ihre Söhne
oder ihre Brüder oder ihre Verwandten... (Sure 58:22 - al-Mudschadala)
Wie wir diesen Versen entnehmen können, hängt die Liebe der Gläubigen
von keinem Kriterium ab, außer dem, Allah zu lieben. Seine Liebe
hängt nicht von Kriterien wie Blutsverwandtschaft oder Reichtum
ab, sondern vom Glauben an Allah und von der Moral des Qurans.
Ein Gläubiger liebt diejenigen, die einen festen Glauben an Allah
haben, die anderen Gläubigen, nicht die, für die Ruhm, Geld und
sozialer Status wichtiger als alles andere auf der Welt sind.
Da er seine Liebe von anderen Faktoren außer der Liebe zu Allah
gereinigt hat, liebt er am meisten den Menschen, der immer nach
dem höchsten Wohlgefal-len Allahs sucht und der am gottesfürchtigsten
ist. Wer diese Merkmale besitzt, den werden die Gläubigen am meisten
lieben. Wenn wir den Quran lesen, sehen wir, dass die Gläubigen
am meisten den Propheten (s.a.w.s.) liebten, der Allah am nächsten
war und Allah am meisten fürchtete:
Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie
sich selbst... (Sure 33:6 - al-Ahzab)
Da das Verständnis eines Gläubigen für Liebe auf dem Glauben
basiert, wird er auch seine Ehe auf dieselbe Basis gründen. An
diesem Punkt taucht ein wichtiger Unterschied zwischen Gläubigen
und Ungläubigen auf.
Die Ungläubigen gründen ihre Ehe oft auf wechselseitige materielle
Vorteile. Besonders die Frau erwartet für die Ehe einen reichen
Mann, der sie bequem leben lassen wird. Die meisten Mädchen würden
einen Mann, dessen Charakter ihnen nicht gefällt, trotzdem wegen
seines Reichtums und seiner Be-rühmtheit heiraten. Es ist so etwas
wie ein Handels-vertrag. Der einzige Unterschied ist, dass dieser
Vertrag für ein ganzes Leben gültig ist.
Solche Heiratsbeispiele sind oft zu sehen. Es gibt viele junge
Mädchen, die einen reichen Alten oder jemanden, der einen schlechten
Charakter hat, heiraten, weil er reich oder berühmt ist.
Der Grund der Ehen von den Ungläubigen ist nicht immer Geld.
Es gibt auch viele junge Mädchen, die nur physische Eigenschaften
für wichtig halten. Solche Mädchen heiraten Männer, die außer
einem guten Aussehen keine andere Eigenschaft haben, weil sie
diese Männer als einen "Ritter auf einem weißen Pferd" ansehen.
All diese physischen Eigenschaften jedoch werden nach einer kurzen
Zeit nicht mehr bestehen. Der Mann, den sie heiratet hat, wird
nach einer bestimmten Zeit älter werden, seine Kraft und Gesundheit
verlieren. Es ist nicht unbedingt nötig, älter zu werden. Es kann
ein Unfall passieren, er kann einen Körperschaden bekommen, an
einer Lähmung oder tödlichen Krankheit leiden. Was wird unter
solchen Bedingungen mit der Ehe geschehen?
Was wird die Frau tun, wenn ihr Gatte, den sie geheiratet hatte,
weil er schöne Augen hat, wegen eines Unfalls erblindet? Mit höchster
Wahrscheinlich-keit würde sie die unvernünftige Grundlage, auf
der vielleicht die wichtigste Entscheidung ihres Lebens beruht
hat, in diesem Moment begreifen.
Der Gläubige zielt auf das ewige Paradies im Jenseits ab. Sein
Leben ist dazu bestimmt, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und
diese große Rettung und Glückseligkeit zu erwerben. Da sein Gebet,
sein Opfer, sein Leben und sein Tod Allah gehören und auf diesen
Kriterien basieren, wird er sicherlich seine Liebe und auch seine
Ehe auf dieser Grundlage gründen.
Eine Ehe, die geschlossen wird, um Allahs Wohlgefallen zu erwerben,
ist sicherlich von einer Ehe, die völlig auf dem Götzendienst
beruht, zu unterscheiden. Eine solche Ehe hängt natürlich nicht
von Kriterien wie Vermögen, Berühmtheit, äußeres Aussehen etc.
ab. Der einzige Zweck in einer solchen Ehe ist, Allahs Wohlgefallen
zu erwerben. Ein Gläubiger wird aus diesem Grund für die Ehe jemanden
wählen, der sie immer zum höchsten Wohlgefallen Allahs führen
wird. Das heißt, er wird einen Menschen heiraten, der die Eigenschaften
der Gläubigen am meisten besitzt und der seiner Meinung nach am
frömmsten und am gottesfürchtigsten ist.
Aus diesem Grund wünschten zu den Zeiten des Propheten Muhammad
(s.a.w.s.) die gläubigen Frauen, die immer nach Allahs Wohlgefallen
suchten, den Propheten (s.a.w.s.) zu heiraten. Allah hat in den
Versen die anderen, die sich entgegengesetzt entschieden haben,
als diejenigen beschrieben, die das diesseitige Leben und seinen
Schmuck begehren:
O Prophet! Sprich zu deinen Frauen: "Falls ihr
das irdische Leben mit seinen Reizen begehrt, dann kommt; ich
will euch ausstatten und dann in Frieden gehenlassen. Wenn ihr
aber Allah und Seinen Gesandten und die jenseitige Wohnung begehrt,
dann hat Allah für die gutgesinnten unter euch herrlichen Lohn
bereitet." (Sure 33:28, 29 - al-Ahzab)
Eigenschaften der Gläubigen
Ein Mensch, der nach dem Quran lebt, wird seine Liebe denen erweisen,
die auch nach dem Quran leben, den Gläubigen. Die Gläubigen haben
Eigenschaften, die sich aus ihrem Glauben an Allah ergeben und
die sie liebenswert machen. Ein Gläubiger wird bei einem anderen
Gläubigen nach demselben Charakter suchen und ihn lieben, weil
er diesen bei ihnen gesehen hat. Je mehr dieser Charakter bei
einem Gläubigen zu erkennen ist, desto tiefer wird diese Liebe
sein.
Einige wichtige Eigenschaften der Gläubigen, die uns Allah im
Quran bekannt gegeben hat, sind folgende:
Die Gläubigen dienen nur Allah. Es gibt keinen anderen
Gott außer Ihm.(Sure 1:1-7 - al-Fatiha; Sure 4:36 - an-Nisa)
Sie fürchten Allah. Sie vermeiden es sehr, etwas
zu tun, was Allah verboten hat oder was gegen Sein Wohlgefallen
ist. (Sure 3:102 - Al-'Imran; Sure 36:11 - Ya Sin; Sure 64:15,
16 - at-Taghabun; Sure 39:23 - az-Zumar)
Sie vertrauen nur auf Allah. (Sure 2:249 - al-Baqara;
Sure 9:25, 26 - at-Tauba)
Sie haben außer vor Allah vor niemandem Angst. (Sure
33:39 - al-Ahzab)
Sie sind nur Allah dankbar. Aus diesem Grund frohlocken
oder trauern sie nicht, wenn sie ökonomisch in Wohlstand oder
in Armut sind. (Sure 2:172 - al-Baqara; Sure 17:3 - al-Isra;
Sure 14:7 - Ibrahim)
Sie sind fest im Glauben. Niemals denken sie an
etwas anderes, als das Wohlgefallen Allahs zu erwerben. Jeden
Tag erweisen sie ihren Dienst mit wachsendem Eifer und mit Begeisterung.
(Sure 49:15 - al-Hudschurat; Sure 2:4 - al-Baqara)
Sie widmen sich dem Quran. Sie richten sich in all
ihren Handlungen nach dem Quran. Sie geben eine Eigenschaft
sofort auf, wenn sie bemerken, dass diese nach dem Quran falsch
ist. (Sure 7:170 - al-A'raf; Sure 5:49 - al-Ma'ida; Sure 2:121
- al-Baqara)
Sie gedenken Allahs immer. Sie wissen, dass Allah
alles sieht und hört, und sie erinnern sich immer an die unendliche
Macht Allahs. (Sure 3:191 - Al-'Imran; Sure 13:28 - ar-Ra'd;
Sure 7:205 - al-A'raf; Sure 29:45 - al-'Ankabut)
Sie sind sich ihrer Schwäche gegenüber Allah bewusst.
Sie sind demütig. (Aber dies bedeutet nicht, dass sie gegenüber
anderen Menschen schwach sind und dass sie sich deswegen nicht
selbstsicher verhalten.) (Sure 3:286 - Al-'Imran; Sure 7:188
- al-A'raf)
Sie wissen, dass Allah die Macht über alle Dinge
hat. Aus diesem Grund werden sie nie ängstlich, sie verhalten
sich immer besonnen und freundlich. (Sure 9:51 - at-Tauba; Sure
64:11 - at-Taghabun; Sure 10:49 - Yunus; Sure 57:22 - al-Hadid)
Sie haben sich auf das Jenseits ausgerichtet; ihr
Hauptziel ist das Jenseits. Sie benutzen jedoch auch den weltlichen
Segen und sie sehnen sich in dieser Welt nach einer Umgebung,
die dem Paradies ähnelt. (Sure 4:74 - an-Nisa; Sure 38:46 -
Sad; Sure 7:31, 32 - al-A'raf)
o Sie nehmen nur Allah, Seinen Gesandten und die
Gläubigen zu Freunden. (Sure 5:55, 56 - al-Ma'ida; Sure 58:22
- al-Mudschadala)
Sie haben Verstand. Sie sind immer aufmerksam und
wachsam, weil sie nie das Bewusstsein der Anbetung verlieren.
(Sure 23:54 - al-Mu'minun; Sure 39:18 - az-Zumar)
Sie bemühen sich mit ihrer ganzen Kraft auf Allahs
Weg. Sie führen gegen die Ungläubigen, besonders gegen die Führer
der Ungläubigen einen großen geistigen Kampf. Sie setzen ihren
Kampf fort, ohne zu ermatten und zu trauern. (Sure 8:39 - al-Anfal;
Sure 22:78 - al-Hadsch; Sure 49:15 - al-Hudschurat; Sure 9:12
- at-Tauba)
Sie zögern nicht, das Rechte zu sagen. Sie sehen
nicht davon ab, die Wahrheit aufzudecken, weil sie sich vor
den Menschen genieren. Sie fürchten den Vorwurf des Tadelnden
nicht. Sie sorgen sich nie über den Spott und die Angriffe der
Ungläubigen. (Sure 5:54 - al-Ma'ida; Sure 7:2 - al-A'raf)
Sie versuchen jeden Weg, um die Religion Allahs
zu verbreiten und sie laden die Menschen auf unterschiedliche
Weise zum Glauben ein. (Sure 71:5-9 - Noah)
Sie unterdrücken niemanden. Sie sind barmherzig
und weichherzig. (Sure 16:125 - an-Nahl; Sure 9:128 - at-Tauba;
Sure 11:75 - Hud)
Sie geraten nicht in Zorn, sie sind tolerant und
verzeihend. (Sure 3:134 - Al-'Imran; Sure 7:199 - al-A'raf;
Sure 42:40-43 - asch-Schura)
Sie sind vertrauenswürdige Menschen. Sie beeindrucken
die anderen Menschen mit ihrer starken Persönlichkeit und sie
erwecken Vertrauen in anderen Menschen. (Sure 44:44 - ad-Dukhan;
Sure 81:19-21 - at-Takwir; Sure 5:12 - al-Ma'ida; Sure 16:120
- an-Nahl)
Ihnen werden Zauberei und Verrücktheit zum Vorwurf
gemacht. (Sure 7:132 - al-A'raf; Sure 10:2 - Yunus; Sure 38:4
- Sad; Sure 15:6 - Al-Hidschr; Sure 54:9 - al-Qamar)
Sie werden unterdrückt und tyrannisiert. (Sure 42:49,
167 - asch-Schura; Sure 29:24 - al-'Ankabut; Sure 36:18 - Ya
Sin; Sure 14:6 - Ibrahim; Sure 27:49, 56 - an-Naml; Sure 11:91
- Hud)
Sie haben keine Angst vor Unterdrückung und Tod.
(Sure 9:111 - at-Tauba; Sure 3:156-158, 169-171, 173 - Al-'Imran;
Sure 26:49, 50 - asch-Schu'ara'; Sure 37:97-99 - as-Saffat;
Sure 4:74 - an-Nisa)
Sie werden von den Ungläubigen angegriffen und verspottet.
Die Ungläubigen schmieden Ränke gegen sie. (Sure 2:14, 212 -
al-Baqara)
Sie sind unter dem Schutz Allahs. Alle Ränke, die
gegen sie geschmiedet werden, sind wirkungslos. Allah schützt
sie gegen alle Verleumdungen und Komplotte und bevorzugt sie
vor allen Völkern. (Sure 3:110, 111, 120 - Al-'Imran; Sure 14:46
- Ibrahim; Sure 8:30 - al-Anfal; Sure 16:26 - an-Nahl; Sure
12:34 - Yusuf; Sure 22:38 - al-Hadsch; Sure 5:42, 105 - al-Ma'ida;
Sure 4:141 - an-Nisa)
Sie sind vor den Ungläubigen auf der Hut. (Sure
4:71, 102 - an-Nisa; Sure 12:67 - Yusuf)
Sie haben den Teufel und seine Mitverschwore-nen
zu ihren Feinden erklärt. (Sure 35:6 - al-Fatir; Sure 43:62
- az-Zukhruf; Sure 60:1 - al-Mumtahina; Sure 4:101 - an-Nisa;
Sure 5:82 - al-Ma'ida)
Sie kämpfen gegen die Heuchler, und freunden sich
mit den Menschen, die heuchlerische Charakter-eigenschaften
haben, nicht an. (Sure 9:83, 95, 123 - at-Tauba)
Sie tragen Schrecken in die Herzen der Ungläu-bigen.
(Sure 33:60-62 - al-Ahzab; Sure 59:6 - al-Haschr; Sure 9:14,
15, 52 - at-Tauba)
Ihre Handlungsweise ist gegenseitige Beratung. (Sure
42:38 - asch-Schura)
Sie sehnen sich nicht nach dem prahlerischen Leben
der Ungläubigen. (Sure 18:28 - al-Kahf; Sure 9:55 - at-Tauba;
Sure 20:131 - Ta Ha)
Sie werden nicht durch Reichtum oder Status beeindruckt.
(Sure 22:41 - al-Hadsch; Sure 28:79, 80 - al-Qasas; Sure 16:123
- an-Nahl)
Sie achten streng auf alle Gebete. (Sure 2:238 -
al-Baqara; Sure 8:3 - al-Anfal; Sure 23:1, 2 - al-Mu'minun)
Sie gehorchen nicht der Mehrheit auf Erden, sondern
den Befehlen Allahs. (Sure 6:116 - al-An'am)
Sie versuchen immer, Ihm nahe zu kommen und für
die Rechtschaffenen ein Vorbild zu sein. (Sure 5:35 - al-Ma'ida;
Sure 35:32 - al-Fatir; Sure 56:10-14 - al-Waqi'a; Sure 25:74
- al-Furqan)
Sie werden nicht vom Satan beeinflusst. (Sure 7:201
- al-A'raf; Sure 15:39-42 - Al-Hidschr; Sure 16:98, 99 - an-Nahl)
Sie folgen nicht blindlings ihren Vorvätern. Sie
benehmen sich nach den Regeln des Qurans. (Sure 14:10 - Ibrahim;
Sure 11:62, 109 - Hud)
Sie erlauben nicht, dass Frauen schlecht behandelt
werden. (Sure 24:4 - an-Nur; Sure 65:65 - at-Talaq; Sure 2:231,
241 - al-Baqara; Sure 4:19 - an-Nisa)
Sie schützen ihre Keuschheit und sie heiraten auf
die Weise, die Allah wünscht. (Sure 23:5, 6 - al-Mu'minun; Sure
24:3, 26, 30 - an-Nur; Sure 6:221 - al-An'am; Sure 5:5 - al-Ma'ida;
Sure 4:171 - an-Nisa)
Sie sind gemäßigt, wenn sie ihre Gebete verrichten.
(Sure 6:143 - al-An'am; Sure 4:171 - an-Nisa)
Sie sind opferfreudige Menschen. (Sure 76:8 - al-Insan;
Sure 3:92, 134 - Al-'Imran; Sure 9:92 - at-Tauba)
Sie achten auf Sauberkeit. (Sure 6:125, 168 - al-An'am;
Sure 74:1-5 - al-Muddaththir)
Sie legen Wert auf Ästhetik und Kunst. (Sure 34:13
- Saba; Sure 27:44 - an-Naml)
Sie reden nicht hinter dem Rücken schlecht über
einander, suchen nicht nach Fehlern der anderen. (Sure 49:12
- al-Hudschurat)
Sie vermeiden den Neid. (Sure 4:128 - an-Nisa)
Sie bitten Allah um Nachsicht. (Sure 2:286 - al-An'am;
Sure 3:16, 17, 147, 193 - Al-'Imran; Sure 59:10 - al-Haschr;
Sure 71:28 - Noah)
Unterdrückung gegen Gläubige
Die Eigenschaften der Gläubigen, die oben dargestellt wurden,
bestehen aus zwei Gruppen:
Die erste Gruppe sind Eigenschaften wie Allah dienen, Opferbereitschaft
und Bescheidenheit, die die Gläubigen selbst besitzen.
Die zweite Gruppe sind Eigenschaften, die sich der Kontrolle
der Gläubigen entziehen. Beispielsweise, die Ungläubigen verspotten
sie oder sie schmieden Ränke gegen sie. Solche Eigenschaften sind
jedoch sehr wichtig, um die aufrichtigen Gläubigen erkennen zu
können. Denn ein bemerkenswerter Teil der Eigenschaf-ten, die
zu den Gläubigen gehören, sind Eigenschaften, die nachgeahmt werden
können. Beispielsweise, ein Heuchler kann ebenso das Gebet verrichten
und Selbstlosigkeit an den Tag legen, wenn diese zu seinem eigenen
Vorteil sind. Doch die Eigenschaften der zweiten Gruppe sollten
nicht nachgeahmt werden können. Die Ungläubigen versuchen, auf
Gläubige Druck auszuüben.
Aus diesem Grund sind diese Eigenschaften von großer Bedeutung,
wenn wir die Gläubigen einschätzen. Um zu verstehen, ob eine Gesellschaft
aus aufrichtigen Gläubigen besteht oder nicht, sollten wir diese
Kriterien, welche uns durch den Quran als die unveränderlichen
Gesetze Allahs mitgeteilt werden, in Betracht ziehen.
Wenn wir die Verleumdungen gegen die Muslime bewerten, sollten
wir uns als Quelle an die Gescheh-nisse, die Muslimen schon früher
zugestoßen sind, halten. Denn im Quran werden die Schwierigkeiten
und Verleumdungen, mit denen Gläubige schon früher konfrontiert
worden sind, sehr ausführlich erklärt:
Oder glaubt ihr etwa, in das Paradies einzutreten, ohne dass
euch das gleiche traf wie die vor euch?... (Sure 2:214 - al-Baqara)
In den Versen des Quran, in welchen das Geschehen, das die Menschen
früher schon betroffen hat, ausführlich erklärt wird, stoßen wir
auf einen bemerkenswerten Punkt. Die Feinde der Propheten und
Gläubigen sagen nicht: "Diese Menschen glauben an Allah, sie suchen
nach Seinem Wohlgefallen" oder "Diese Menschen sind nicht unmoralisch
wie wir, sie besitzen hohe moralische Eigenschaften." Im Gegenteil
versuchen sie, die Gläubigen zu verleumden und sie machen ihnen
die unglaublichsten Anklagen zum Vorwurf.
Sicherlich würden sie nicht wagen, folgendes zu sagen: "Wir sind
rebellisch gegen Allah, wir beachten keine moralischen Grenze
und wir wollen diese Menschen unterdrücken, die im Widerspruch
zu unseren Vorteilen stehen." Es würde sehr unvernünftig sein,
daran zu denken, dass diese Menschen Einge-ständnisse machen wie:
"Dies sind gewissenhafte Menschen, die Allahs Befehlen gehorchen,
aber wir sind widerspenstig und wir freveln." Sie werden sich
selbst als "gute und weise" Menschen präsentieren und versuchen,
eine legale Grundlage für ihre Angriffe vorzubereiten, in denen
sie die Gläubigen verleumden. In den Geschichten im Quran, in
denen "die Geschehnis-se, die die Gläubigen früher schon betroffen
haben", erklärt werden, sehen wir, dass die Ungläubigen immer
dieselbe Methode anwenden.
Sprich "Siehe mein Gebet, mein Gottesdienst,
mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten
(Sure 6:162-al-An'am)
Beispielsweise, der Prophet Noah (a.s.) hat die Gemeinschaft,
zu der er gesendet wurde, - wie alle Propheten - dazu eingeladen,
nur Allah zu dienen. Ein System jedoch, das darauf gründen würde,
nur Allah zu dienen, stand im Widerspruch zu den Vorteilen der
Führer des Volkes Noahs, die aufgrund des ungläubigen Systems
Macht und Status erworben hatten. Doch diese Führer haben nicht
gesagt, dass das, wozu der Prophet Noah (a.s.) sie eingeladen
hat, im Wider-spruch zu ihren eigenen Vorteilen steht. Im Gegenteil
haben sie den Propheten Noah (a.s.) beschuldigt, dass er seine
eigenen Vorteile - Status und Prestige - verfolge. Die Verse geben
uns diese Tatsache folgendermaßen bekannt:
Und Wir entsandten Noah zu seinem Volk, und er sprach: "O mein
Volk, Dient Allah! Ihr habt keinen anderen Gott als Ihn. Wollt
ihr (Ihn) denn nicht fürchten?" Doch die Anführer seines Volks,
die nicht glaubten, sagten: "Dies ist ein Mensch wie ihr, der
sich nur über euch erheben will..." ( Sure 23:23, 24 - al-Mu'minun)
Der Prophet Moses (a.s.) und der Prophet Aaron (a.s.) waren derselben
Beschuldigung ausgesetzt. Pharao und sein enger Kreis haben ihnen
folgendes gesagt:
Sie fragten: "Bist du zu uns gekommen, um uns von dem abwendig
zu machen, was wir bei unseren Vätern vorfanden, damit ihr beide
die Macht im Lande übernehmt? Wir glauben euch nicht!" (Sure 10:78
- Yunus)
Die Verleumdungen gegen die Gläubigen können noch größere Ausmaße
erreichen. Im Laufe der Geschichte wurden Allahs Boten deswegen
beschuldigt, die Gläubigen um sie herum zu bezaubern und zu täuschen:
Sie sagten: "Diese beiden sind bestimmt Zauberer.
Sie wollen uns mit ihrer Zauberei gewiss aus unserem Land vertreiben
und uns unserer Lebensweise berauben..." (Sure 20:63 - Ta Ha)
... so sagten die Ungläubigen: "Dies ist ein
Zauberer, ein Lügner!" (Sure 38:4 - Sad)
Die Verleumder der Muslime versuchen, einen Muslim so darzustellen,
als ob er dieselben Charaktereigenschaften wie die Ungläubigen
besäße, indem sie z.B. zu einem gesegneten Menschen wie dem Propheten
Noah (a.s.) "... Nein! Er ist nur ein frecher
Lügner!" (Sure 54:25 - al-Qamar) sagten.
Eine andere Verleumdung, die sehr oft begangen wird, ist die
Beschuldigung der aufrichtigen Gläubigen als Besessene. Dieser
Vorwurf beweist einen vollständigen Mangel an Verständnis bei
den Ungläubigen. Da den Ungläubigen der Begriff "Allahs Wohlgefallen
erwerben" fremd ist, haben sie große Schwierigkeiten, die Gläubigen,
die nur dieses Ziel haben, zu verstehen. Sie können nicht verstehen,
warum die Gläubigen offensichtlich nicht auf ihren eigenen Vorteil
bedacht sind und ihr ganzes Leben Allah widmen. Dies erscheint
in deren Augen als ziellos. Ihrer Ansicht nach kann solch ein
idealistisches Verhalten nichts anderes als eine Besessenheit
sein. Im Laufe der Geschichte haben sie diese Verleumdung oftmals
benutzt. Pharao sagte über den Propheten Moses (a.s.): "Dieser
Gesandte, der zu euch geschickt wurde, ist gewiss besessen!" (Sure
26:27 - asch-Schu'ara') Auch als sein Volk den Propheten
Noah (a.s.) leugnete, verleumdete es ihn als "ein
Besessener!". (Sure 54:9 - al-Qamar).
Außerdem wurden die Gläubigen der Prostitution bezichtigt. Der
Prophet Joseph (a.s.) und Maria, die Allah aus den Frauen aller
Welt erkoren hat, sind gesegnete Menschen, die mit diesen Vorwürfen
konfrontiert waren. Außerdem haben die Ungläubigen in der Geschichte
vielen Propheten zum Vorwurf gemacht, dass sie sich "in
offenkundigem Irrtum" (Sure 7:60 - al-A'raf) befanden.
Sicherlich würde es falsch sein, anzunehmen, dass all diese Geschehnisse
der Vergangenheit angehören. Der Quran informiert uns, dass andere
Gläubige dieselben Erfahrungen durchleben können. Demen-spre-chend
kann jeder Gläubige, der die wahre Religion verteidigt und auf
diese Weise die antireligiösen Kreise stört, mit denselben Vorwürfen
und Verleumdungen rechnen.
Wir sollten immer in Betracht ziehen, dass das was die Ungläubigen
über die Muslime verbreiten, Teil einer solchen Verleumdungskampagne
sein kann. Wie Allah uns durch den Vers mitteilt, sollen die Nachrichten,
welche die Unzuverlässigen bringen, nicht beachtet werden, ohne
ausführlich nachzuforschen. Der Vers zu diesem Thema lautet:
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ein Unzuverlässiger mit einer (verleumderischen)
Nachricht zu euch kommt, so klärt die Sache auf, damit ihr niemand
unabsichtlich verletzt und euer Verhalten hernach bereuen müsst.
(Sure 49:6 - al-Hudschurat)
Diese
Webseite basiert auf den Arbeiten von ADEM YAKUP.