DER ZWEITE STOSS IN DIE POSAUNE UND DIE AUFERSTEHUNG
DER TOTEN
Nach dem ersten Stoß in die Posaune werden Himmel
und Erde zerstört und die ganze materielle Welt wird ein Ende
nehmen. Keine lebende Seele wird übrig sein. In den Worten des
Quran: "An dem Tage, an welchem die Erde
in eine neue Erde verwandelt wird und auch die Himmel, und sie
vor Allah treten, den Einen, den unvorstellbar Mächtigen". (Sure
14:48 - Ibrahim) Diese neue Umgebung, die für das Letzte
Gericht vorbereitet wird, wird folgendermaßen beschrieben:
Und sie werden dich wegen der Berge befragen. Sprich:
"Zerstäuben wird sie mein Herr zu Staub. Und Er wird sie zu einer
flachen Ebene machen, so dass du weder Erhöhungen noch Vertiefungen
mehr siehst." (Sure 20:105-107 - Ta Ha)
Dies ist der Punkt, an dem die Menschen von den Toten
auferstehen werden, sich versammeln und darauf warten, vor Allah
Rechenschaft über ihre Taten abzulegen. Dies ist auch der Zeitpunkt,
an dem sie erfahren werden, was ihr Bestimmungsort im Jenseits
sein wird. Die Zeit ist für die Menschen gekommen, von den Toten
aufzustehen und Allah, dem Al-Qahhaar (der Alles-Bezwinger) vorgeführt
zu werden. Dann wird die Posaune ein zweites Mal geblasen werden.
Jene, die das Jenseits und die Auferstehung bestritten, werden
aus ihren Gräbern gehoben werden. Dies wird etwas für sie völlig
unerwartetes sein. Der Quran beschreibt diese Ereignisse wie folgt:
Und da wird in die Posaune gestoßen, und schon werden
alle in den Himmeln und auf Erden ohnmächtig, außer denen, welche
Allah davon ausnimmt. Dann wird noch einmal hineingestoßen, und
siehe, sie erheben sich und erkennen. Und die Erde wird im Lichte
ihres Herrn leuchten... (Sure 39:68, 69 - az-Zumar)
Das Erheben der Toten aus Ihren Gräbern
Allah erklärt detailliert die Situationen, die sich
beim Erheben der Toten durch Seinen Willen ergeben werden. Wie
im Quran offenbart, wird dieses große Ereignis folgendermaßen
stattfinden:
Werden sie gesenkten Blickes aus den Gräbern
hervorkommen, wie zerstreute Heuschrecken. (Sure 54:7 - al-Qamar)
Dann, wenn Er euch mit einem Ruf aus der Erde
herausruft, werdet ihr hervortreten. (Sure 30:25 - ar-Rum)
An dem Tage, an dem die Erde sich spaltet und
sie plötzlich freigibt - das wird ein Versammeln sein, das Uns
leicht fällt. (Sure 50:44 - Qaf)
- Als würden sie einem Ziel zueilen, werden sie dem
Boten folgen, der sie zum Gericht ruft. Dieser Aufruf wird keinem
anderen Aufruf ähneln, den sie davor hörten:
...An dem Tage, an dem der Rufer zu etwas Unvorstellbarem
ruft. (Sure 54:6 - al-Qamar)
An jenem Tage werden sie dem Rufer folgen, vor
dem es kein Entrinnen gibt... (Sure 20 :108 - Ta Ha)
Dem Tage, an dem sie eilends aus den Gräbern
steigen als eilten sie auf ein Ziel zu. (Sure 70:43 - al-Ma'aridsch)
Jene, die Verstöße jenseits der Grenzen begingen,
die von Allah gesetzt wurden, die Allah nicht gehorchten, die
auf ihren eigenen Ansichten bestanden, die Allah leugneten und
arrogant waren, werden plötzlich gehorsam werden und sich Ihm
ergeben, sobald sie von den Toten auferstehen. Ohne Gegenwehr
werden sie diesem Aufruf folgen. Weil die Prüfung in dieser Welt
zu Ende sein wird, werden sie keine andere Wahl haben als sich
zu fügen. Auch wenn sie es wünschten, sie könnten sich nicht anders
verhalten. Sie könnten solchen einen Wunsch nicht einmal haben.
Sie werden keine Macht haben, sich diesem Aufruf zu widersetzen.
Darum werden sie tief in ihrem Innern fühlen, dass dies ein "un-barmherziger
Tag" ist:
Dem Rufer entgegenhastend. Die Ungläubigen werden
sagen: "Dies ist ein schlimmer Tag!" (Sure 54:8 - al-Qamar)
- So werden die Zweifler vorwärts laufen. Jeder von
ihnen wird absoluten Gehorsam zeigen. An diesem Tag wird die einzig
wichtige Sache für die Menschen ihr Glaube sein. Ungläubige haben
diesen Glauben nicht. Darum sind ihre Herzen "hohl":
Herbeigeeilt kommen sie (dann) mit hoch gerecktem
Haupt, leerem Blick und ödem Herzen. (Sure 14:43 - Ibrahim)
- Sie werden zu einem bestimmten Punkt in Menschenmengen
geführt werden:
Der Tag, an dem in die Posaune gestoßen wird
und ihr in Scharen kommen werdet. (Sure 78:18 - an-Naba')
Dann wird in die Posaune gestoßen - und siehe
da, schon eilen sie aus ihren Gräbern zu ihrem Herrn! Sie werden
rufen: "Wehe uns! Wer hat uns aus unserem Schlaf geweckt? Das
ist es, was der Erbarmer vorausgesagt hatte, und die Gesandten
hatten doch die Wahrheit gesprochen!" (Sure 36:51, 52 - Ya Sin)
Der Ausruf "Wehe uns!" ist ein Ausdruck großer Panik
und Enttäuschung. Der Ungläu-bige, der seine eigene Auferstehung
erlebt, erkennt, dass Allahs Propheten, die ihr Leben der Verbreitung
seiner Botschaft widmeten, die Wahrheit erzählten. Er begreift
dann, dass er der "ewigen Qual" ausgesetzt werden wird, mit der
den Ungläubigen gedroht wurde. In diesem Moment begreift er die
Situation und wird sich der Tatsache bewusst, dass es nicht so
etwas wie einen "ewigen Schlaf" gibt. Seine Enttäuschung wird
durch seine nachlassenden Hoffnungen auf Rettung von der bevorstehenden
Qual noch vergrößert.
- Ungläubige werden Angst, Schrecken und Verzweiflung
spüren. Ihr Aussehen wird schrecklich sein; ihre Gesichter sind
schwarz, staubbedeckt. Sie werden gedemütigt werden:
Manche Gesichter werden an diesem Tage niedergeschlagen
sein. (Sure 88:2 - al-Ghadschiya)
Und an diesem Tage werden manche Gesichter staubbedeckt
sein, schwarz verhangen. Das sind die Ungläubigen, die Frevler.
(Sure 80:40-42 - 'Abasa)
Am Tage der Auferstehung aber wirst du diejenigen,
welche Falschheit über Allah verbreitet hatten, schwarz im Gesicht
sehen. Ist die Hölle denn nicht die Bleibe der Hochmütigen? (Sure
39:60 - az-Zumar)
- Allah wird am Tag der Auferstehung die Ungläubigen
blind auferstehen lassen.
"Wer aber Meine Ermahnung nicht an-nimmt, dem
ist ein kümmerliches Leben beschieden. Und am Tage der Auferste-hung
werden Wir ihn blind vorführen." Fragen wird er: "O mein Herr!
Warum hast du mich blind auferweckt, wo ich vorher doch sehen
konnte?" Er wird sprechen: "So sei es! Zu dir kam Unsere Botschaft,
doch du hast sie missachtet. So wirst du heute missachtet!" (Sure
20:124-126 - Ta Ha)
Und wen Allah leitet, der ist der Rechtgelei-tete.
Und wen Er irre gehen lässt - nimmer findest du Helfer für sie
außer Ihm. Und am Tage der Auferstehung werden Wir sie versammeln,
auf ihren Gesichtern, blind, stumm und taub. Und ihre Herberge
soll die Hölle sein. So oft sie nachlässt, werden Wir die Flamme
wieder anfachen. (Sure 17:97 - al-Isra')
- Das Auge der Schuldigen wird bläulich werden. Diese
wird das schreckliche Erschei-nungsbild der Ungläubigen verstärken.
Der Tag, an dem in die Posaune gestoßen wird. Und
an jenem Tage werden Wir die Schuldigen als Blauäugige versammeln
(Sure 20:102 - Ta Ha)
Mit diesem schrecklichen und erniedrigenden Erscheinungsbild
werden sich die Ungläu-bigen äußerlich deutlich von den Gläubigen
unterschieden. Dies ist der Anfang vom Ende dieser Menschen, die
sich den Versen Allahs widersetzten und arrogant blieben.
Es existiert keine Freundschaft, Verwandtschaft
oder
Zusammengehörigkeit mehr
An diesem Tag wird jeder Mensch zu be-schäftigt sein,
um sich um andere zu sorgen. Er wird sogar seine eigene Mutter,
seinen Vater, Ehepartner und seine Kinder verlassen. Die Intensität
und der unvorstellbarer Schrecken des Tages der Auferstehung werden
jedem genug Sorgen über sich selbst bereiten. Allah beschreibt
den Tag der Auferstehung wie folgt:
Und was lässt dich wissen, was der Tag des Gerichts
ist? Wiederum: Was lässt dich wissen, was der Tag des Gerichts
ist? An diesem Tage wird keine Seele etwas für eine andere vermögen.
Die Herrschaft an diesem Tage übt allein Allah aus. (Sure 82 :17-19
- al-Infitar)
Und wenn der ohrenbetäubende Schall kommt, an
diesem Tage flieht ein jeder vor seinem Bruder und seiner Mutter
und seinem Vater und seiner Frau und seinen Kindern. Jeder hat
an diesem Tage genug mit sich selbst zu schaffen. (Sure 80:33-37
- 'Abasa)
Und so werden die engsten gesellschaftlichen Bande
in diesem Leben ein bitteres Ende nehmen. Der Schrecken dieses
Tages wird alle Beziehungen und Verwandtschaften bedeutungslos
machen. Die einzige kostbare Sache wird der Glaube sein:
Und wenn in die Posaune gestoßen wird, dann wird
an diesem Tage unter ihnen keine Verwandtschaft mehr gelten, und
sie werden nicht mehr nach einander fragen. Und die, deren Waagschale
schwer ist - diese sind es, denen es Wohlergehen wird. Deren Waagschale
jedoch leicht ist - diese sind es, die ihre Seelen an die Hölle
verloren haben, für immerdar. (Sure 23:101-103 - al-Mu'minun)
Beziehungen und familiäre Bande werden so auf eine
Weise zerstört, dass die Menschen ihre "lieben" Söhne, Ehepartner,
Brüder und sogar all ihre Verwandten als "Lösegeld" für ihre eigene
Rettung hergeben würden:
Und kein Freund wird nach dem Freund fragen, obgleich
sie sich sehen. An diesem Tage möchte sich der Sünder gerne von
der Strafe loskaufen mit seinen Kindern, seiner Ehefrau und seinem
Bruder und seiner Verwandtschaft, die ihn aufgenommen hatte, und
mit jedem auf Erden, wenn es nur seiner Rettung diente. Aber nein!
Es ist eine Flamme. (Sure 70:10-15 - al-Ma'aridsch)
Dieses "Angebot" ist ein Anzeichen des unbarmherzigen
und undankbaren Verhal-tens der Ungläubigen, wenn ihre persönlichen
Interessen in Gefahr sind. Dieses Angebot ist auch eine Warnung
vor der Eitelkeit dieses Lebens. Oft jagt eine Person banalen
Zielen nach; für eine gutbezahlte Arbeit, ein schönes Haus, eine
Frau und für Geld arbeitet er sein Leben lang. Aber, wie der Quran
uns mitteilt, würde er in seinen verzweifelten Anstren-gungen,
errettet zu werden, nicht nur eine einzige Frau, sondern alle
Frauen in dieser Welt oder nicht nur ein einziges Haus sondern
alle Häuser dieser Welt oder auch nicht nur einen einzigen Schatz
sondern alle möglichen Schät-ze als Lösegeld für seine eigene
persönliche Rettung hergeben. Doch dies sind vollkommen sinnlose
Anstrengungen. Allah ist im Grunde der Besitzer aller Eigentümer
in der Welt. Die Möglichkeit der Rettung gab es im weltlichen
Leben. Jetzt ist es zu spät, und wie versprochen hat das Höllenfeuer
schon angefangen, zu brennen.
Die Menschen werden versammelt, um Rechenschaft
über ihre
Taten abzulegen
Der Quran erklärt die wahre Bedeutung des irdischen
Lebens:
O Mensch! Du strebst mit aller Mühe deinem Herrn
zu; und so wirst du Ihm wirklich begegnen! (Sure 84:6 - al-Inschiqaq)
Wie wir auch unser Leben verbringen, letztendlich
werden wir Allah gegenüberstehen. Das Ziel dieses Lebens ist es,
Sein ergebener Diener zu sein. Der wichtigste Zeit-punkt überhaupt
ist der Tag der Auferste-hung, an dem wir Rechenschaft über unser
irdisches Leben ablegen müssen.
Jeder vergangene Tag bringt uns diesem Zeitpunkt
ein Stück näher. Jede vergangene Stunde, Minute oder sogar Sekunde
ist ein Schritt in Richtung Tod, Auferstehung und den Moment,
an dem der Glaube zählt. Das Leben fließt unaufhörlich, wie ein
Strom, in diese Richtung. Es gibt keine Möglichkeit, die Zeit
anzuhalten oder umzukehren. Alle Menschen schwimmen in diesem
Strom.
Denn zu Uns ist gewiss ihre Heimkehr. Dann aber obliegt
es Uns, sie zur Rechen-schaft zu ziehen. (Sure 88:25, 26 - al-Ghadschiya)
Es existieren heute ca. 6 Milliarden Men-schen auf
der Erde. Wenn man diese Zahl zur Gesamtzahl der Menschen, die
jemals auf dieser Erde lebten, addiert, bekommt man eine Vorstellung
von der Menschenmenge, die sich am Tag der Auferstehung versammeln
wird. Ausnahmslos alle Menschen werden anwesend sein, vom Propheten
Adam, dem ersten Mensch auf Erden, bis hin zum letzten Ungläubigen,
der je in dieser Welt leben wird. Diese Menschenmenge wird eine
faszinierende und zugleich furchterregende Erscheinung sein. Die
Situation der Menschen im Ange-sicht Allahs wird im Quran folgendermaßen
geschildert:
An jenem Tage werden sie dem Rufer folgen, vor dem
es kein Entrinnen gibt. Und sie werden alle Stimmen vor dem Erbarmer
senken, so dass du nichts hörst als Flüstern. An jenem Tage nützt
keine Fürbitte, außer dessen, dem es der Erbarmer erlaubt und
dessen Wort Ihm wohlgefällig ist. Er weiß, was vor ihnen und was
hinter ihnen liegt. Aber sie erfassen Ihn nicht mit (ihrem) Wissen.
Und die Gesichter werden sich vor dem Lebendigen, dem Ewigen,
demütig neigen. Doch verloren wird sein, wer Unrecht mit sich
trägt. (Sure 20:108-111 - Ta Ha)
Der Moment, an dem die Rechenschaft für das irdische
Leben abgelegt werden muss, der Moment, den die Ungläubigen ihr
Leben lang vernachlässigten, während sich Gläubige eifrig auf
ihn vorbereiteten, ist nun gekommen. Ein herrlicher Ort wird für
dieses große Gericht geschaffen. Der Quran informiert uns über
diesen Tag:
Und der Himmel wird sich spalten; denn an diesem
Tag wird er brüchig geworden sein. Und die Engel werden zu Seinen
Seiten sein; acht davon werden an diesem Tage den Thron deines
Herrn über sich tragen. (Sure 69:16, 17 - al-Haqqa)
An dem Tage, an dem der Geist und die Engel aufgereiht
sein werden. Nur der wird reden dürfen, dem es der Erbarmer erlaubt
und der das Rechte spricht. (Sure 78:38 - an-Naba')
Der Herr der Himmel und der Erde wird von Seinen
Dienern Rechenschaft über ihre Taten fordern. Eine Quelle der
Folter, die Seiner Macht und Größe entspricht, wird nahe sein.
Ein tobendes Feuer brennt in der Hölle. Allah, der alles in einzigartiger
und perfekter Art und Weise schafft, hat eine perfekte Qual für
die Ungläubigen vorbereitet. Niemand kann die Qual mindern, die
Allah an diesem Tag spüren lassen wird. Im Quran Spricht Allah:
Nicht so! Wenn die Erde kurz und klein zermalmt wird
und dein Herr kommt und die Engel, Reihe um Reihe, und an diesem
Tage die Hölle herangebracht wird - an diesem Tage möchte der
Mensch die Ermahnung annehmen. Aber was nützte ihm dann noch die
Ermahnung? Dann wird er rufen: "O wenn ich doch für mein (künftiges)
Leben etwas vorausgeschickt hätte!" An diesem Tage wird keiner
strafen wie Er und keiner wird fesseln wie Er. (Sure 89:21-26
- al-Fadschr)
Wenn der Mensch es versäumt, Seinem Schöpfer in dieser
Welt zu dienen und sich auf diesen großen Tag vorzubereiten, dann
wird er große Reue empfinden. Er wird sich wünschen, lieber auf
Nichts reduziert zu werden als nach dem Tod aufzuerstehen. Doch
wird diese Reue von keinem Nutzen mehr sein. Im Gegenteil wird
sie eine ganz eigene Quelle von Qual sein und die Folter noch
verschlimmern, die der Ungläubige in der Hölle erleiden wird.
Die Bücher werden ausgeteilt und es wird gerichtet
Noch bevor er die Verwirrung, welche von der Auferstehung
verursacht wird, überwunden hat, wird der Mensch unbeschreibliche
Angst und große Sorge empfinden. Denn er wird Rechenschaft über
seine Taten im Angesicht Allahs ablegen müssen. All seine Taten,
die er während seines Lebens beging und all seine Gedanken werden
enthüllt werden. Kein noch so winziges Detail wird vergessen.
Der folgende Vers erklärt dies eindeutig:
..., hätte es auch nur das Gewicht eines Senfkorns
und wäre es in einem Felsen oder in den Himmeln oder in der Erde
verborgen, Allah brächte es ans Licht. Allah ist fürwahr zielsicher
und kundig. (Sure 31:16 - Luqman)
Dies ist der Moment, an dem Paradies und Hölle nahe
gebracht werden. Die Menschen werden das sehen, was sie für ihr
ewiges Leben erhalten werden. Dies wird im Quran folgendermaßen
beschrieben:
An diesem Tage werden die Menschen einzeln hervorkommen,
um ihre Werke zu sehen. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines
Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur)
im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. (Sure 99:6-8
- az-Zalzala)
Wie im Quran erwähnt, werden Ungläubi-ge ihre Bücher
in ihre Linke gereicht bekommen, während Gläubige ihre Bücher
in ihre Rechte gereicht bekommen. Die Erfahrung der Menschen der
"Rechten" wird folgendermaßen beschrieben:
An diesem Tage werdet ihr vorgeführt werden. Nichts
von euch Verborgenes wird verborgen bleiben. Was nun den anlangt,
dem sein Buch in seine Rechte gegeben wird, so wird er sagen:
"Nehmt nur! Lest mein Buch! Ich glaubte stets, dass ich zur Rechenschaft
gezogen würde." Und er soll in Zufrieden-heit leben, in einem
hohen Garten, dessen Trauben zum Greifen nahe sind. "Esst und
trinkt und lasst es euch wohl sein, in Anerkennung dessen, was
ihr in vergangenen Tagen vorausgeschickt hattet!" (Sure 69:18-24
- al-Haqqa)
Im Gegensatz zum Glück und der Freude der Gläubigen
werden Ungläubige ein unangenehmes Gefühl von Beunruhigung haben.
Sie würden am liebsten erneut sterben und völlig verschwinden.
Ihre verzweifelte Stim-mung wird folgendermaßen beschrieben:
Was aber den anlangt, dessen Buch in seine Linke
gegeben wird, so wird er sagen: "O dass mir doch mein Buch nicht
gegeben worden wäre und ich nie gewusst hätte, wie es um meine
Rechnungslegung steht! O hätte doch der Tod (endgültig) ein Ende
mit mir gemacht! Mein Ver-mögen nützt mir nichts. Meine Macht
ist dahin!" (Sure 69:25-29 - al-Haqqa)
Was nun den anlangt, dem sein Buch in seine Rechte
gegeben wird, mit dem wird das Abrechnen leicht sein, und er wird
zu seinen Angehörigen fröhlich heimkehren. Was aber den anlangt,
dem sein Buch von hinten gegeben wird, der wird nach seiner völligen
Auslöschung rufen. Doch er wird in der Flamme brennen. Er hatte
sicherlich unter seinen Leuten fröhlich gelebt. Wahrlich, er dachte
nie daran, dass er (zu Allah) zurückkehren muss. Aber nein! Sein
Herr durchschaute ihn. (Sure 84:7-15 - al-Inschiqaq)
Die Taten, die während des Lebens in den Büchern
registriert werden, werden gerecht beurteilt. Unter der Herrschaft
von Allahs Ge-rechtigkeit wird niemand ungerecht behandelt werden:
Und Wir werden am Tage der Auferstehung gerechte
Waagen aufstellen, und niemand soll im geringsten Unrecht erleiden.
Und wäre es (auch nur) vom Gewicht eines Senf-korns, Wir brächten
es herbei. Und Wir genügen als Rechner. (Sure 21:47 - al-Anbiya)
Jede Tat, die in diesem Leben begangen wird, und
sei sie noch so minimal, wird in diese Beurteilung mit einbezogen.
Das jeweils Überwiegende bestimmt, ob der Mensch zu ewiger Qual
oder ewiger Seligkeit und Ret-tung bestimmt ist. Wenn die guten
Taten überwiegen, so wird die Person, die beurteilt wird, ins
Paradies geschickt. Wenn nicht, dann ist die Hölle sein Bestimmungsort.
Dann wird ihm niemand helfen können:
Dann wird der, dessen Waage schwer ist, ein Wohlleben
genießen; dem aber, dessen Waage leicht ist, wird die Hawiya sein
Endziel sein. Und was lehrt dich wissen, was die (Hawiya) ist?
(Sie ist) ein glühendes Feuer. (Sure 101:6-11 - al-Qari'a)
Alle Menschen, die seit der Schaffung der Erde existierten,
werden nacheinander von Allah zur Rechenschaft gezogen. In diesem
Moment verlieren hohe Positionen und Ränge in dieser Welt all
ihre Bedeutung. Ein Prä-sident eines Landes oder eine gewöhnliche
Person; beide sind gleich und bekommen die gleiche Behandlung
im Angesicht Allahs. Hier werden sie einer schweren Befragung
unterzogen; so werden sie gefragt, ob sie ihrem Schöpfer dienten
und Seine Gebote befolgten oder nicht. Alle Sünden, böse Taten,
und inneren Gedanken der Ungläubigen werden an diesem Tag enthüllt:
An dem Tage, an dem die Geheimnisse geprüft werden.
Da wird er ohne Kraft und ohne Helfer sein. (Sure 86:9, 10 - at-Tariq)
Dieser Prozess ist grausam für jene, die nicht nach
den Gesetzen Allahs lebten, sondern nach ihren eigenen Wünschen
oder den falschen Werten, Glaubenssätzen und Prin-zipien ihrer
Gesellschaft. Im folgenden Vers beschreibt Allah diesen großen
Tag:
Und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird,
um welcher Schuld willen es getötet wurde, und wenn die Schriftrollen
aufgerollt werden, und wenn das Firmament weggezogen wird, und
wenn die Hölle angefacht wird, und wenn das Paradies nahegebracht
wird: Dann wird jede Seele wissen, was sie mitgebracht hat. (Sure
81:8-14 - at-Takwir)
Der Mensch, der Allah direkt gegenübertritt, ist
außer Stande, zu bestreiten, was er in diesem Leben tat. All seine
Taten, gut und böse, werden enthüllt. Selbst wenn er etwas bestreitet,
gibt es Zeugen, die die Wahrheit berichten. Menschen, die ihn
während des irdischen Lebens sahen, werden in die Nähe gebracht,
um gegen ihn zu bezeugen:
Und die Erde wird im Lichte ihres Herrn leuchten.
Dann wird das Buch vorgelegt. Dann werden die Propheten und die
Zeugen gebracht und wird zwischen ihnen in Wahrheit entschieden.
Und es wird ihnen kein Unrecht geschehen. (Sure 39:69 - az-Zumar)
Während die Ungläubigen Rechenschaft ablegen, treten
andere unerwartete Zeugen auf. Die Sinne des Hörens und Sehens,
sowie die menschliche Haut werden durch den Wil-len Allahs mit
der Gabe des Sprechens ausgestattet und gegen die Ungläubigen
bezeugen. Der Verrat durch seine eigenen Organe, von denen der
Ungläubige dachte, dass sie ihm gehören und allein unter seiner
Kontrolle seien, erhöht die Verzweiflung, die er an diesem Tag
erleiden wird. Allah beschreibt diese Tatsache folgendermaßen:
Doch an dem Tage, an dem die Feinde Allahs vor dem
Feuer versammelt werden, werden sie vorangetrieben bis, wenn sie
es erreicht haben, ihre Ohren und ihre Augen und ihre Haut Zeugnis
über ihr bisheriges Tun gegen sie ablegen werden. Da werden sie
zu ihrer Haut sprechen: "Warum zeugst du gegen uns?" Sie wird
antworten: "Allah gab mir Sprache, Er, Der jedem Ding Sprache
gegeben bat. Er hat euch ursprünglich erschaffen, und zu ihm müsst
ihr zurück. Und ihr konntet euch nicht einmal so verbergen, dass
euer Gehör und euere Augen und euere Haut kein Zeugnis gegen euch
ablegen könnten. Jedoch habt ihr geglaubt, dass Allah von euerem
Tun nicht viel wisse. Und das, was ihr über eueren Herrn dachtet,
hat euch in das Verderben geführt, und so wurdet ihr zu Verlierern."
Selbst wenn sie nun Geduld zeigen, so bleibt doch das Feuer ihr
Aufenthalt, und auch wenn sie um Entschuldigung bitten, werden
sie keine Entschuldigung finden. (Sure 41:19-24 - Fussilat)
Ungläubige tragen die große Schuld des Rebellierens
gegen den Schöpfer, Der sie erschuf und ihnen das Leben möglich
machte. Darum wird ihnen am Tag der Auferstehung nicht erlaubt
sein, sich zu verteidigen oder sich zu rechtfertigen. Keine Gelegenheit
wird ihnen gegeben, etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen, während
in dieser Welt selbst dem schlimmsten Verbrecher dieses Recht
gewährt wird. Gedemütigt und verzweifelt müssen sie also ihr Urteil
erwarten:
Wehe an diesem Tag den Leugnern! Dies ist der Tag,
an dem sie kein Wort herausbekommen, da ihnen nicht erlaubt wird,
sich zu entschuldigen. Wehe an diesem Tag den Leugnern! Das ist
der Tag der Entschei-dung, an dem Wir euch und die Früheren versammeln.
Und habt ihr einen Plan, dann setzt ihn jetzt um. Wehe an diesem
Tag den Leugnern! (Sure 77:34-40 - al-Mursalat)
An diesem Tag empfindet der Ungläubige eine innere
Abscheu für seine eigenen Taten und seine eigene Persönlichkeit.
Doch Allahs Empfinden von Abscheu ist noch viel intensi-ver.
Den Ungläubigen wird dann gewiss zugerufen werden:
"Allahs Abscheu vor euch war größer als euer Abscheu vor euch
selbst, nachdem ihr zum Glauben gerufen wurdet, aber ungläubig
bliebt." (Sure 40:10 - Ghafir)
Allahs Zorn erleidend, verfällt der Un-gläubige in
einen Zustand von tiefer Hoff-nungslosigkeit und Trauer. Er ist
beschämt und wünscht, dass er niemals von den Toten auferstanden
wäre. Er wünscht, dass der Tod seinem Leben ein Ende für alle
Ewigkeit bereitet hätte. Er hat erkannt, dass der Tod kein Ende
ist, sondern nur ein Anfang. Und es gibt keinen weiteren Tod nach
diesem Tod. Ihr Zustand wird folgendermaßen beschrieben:
Oftmals werden die Ungläubigen wünschen, Muslime
gewesen zu sein. (Sure 15:2 - Al-Hidschr)
Im Gegensatz dazu wird die Art und Weise, wie die
Gläubigen ihre Bücher bekommen, leicht und erfreulich für sie
sein. Nach-dem ihm sein Buch gegeben wurde, wird der Gläubige
in ewiger Glückseligkeit bleiben. Er lebte nach den Prinzipien,
die von seinem Schöpfer bestimmt wurden, und seine Sünden werden
ihm von Allah dem Gnädigen vergeben. So hat er sich das Paradies
verdient, einen Ort voll von Allahs unbegrenzten Wohl-taten und
er wird vom Höllenfeuer verschont bleiben.
O Mensch, du bemühst dich mühsam um deinen Herrn.
Und du wirst Ihm wirklich begegnen! Was nun den anlangt, dem sein
Buch in seine Rechte gegeben wird, mit dem wird das Abrechnen
leicht sein, und er wird zu seinen Angehörigen fröhlich heimkehren.
(Sure 84:6-9 - al-Inschiqaq)
Die Verzweiflung der Ungläubigen
Am Tag der Auferstehung wird der Ungläu-bige versuchen,
alle Anordnungen zu befolgen, doch wird er dazu nicht in der Lage
sein. Denn er besitzt keinerlei Energie mehr, irgendetwas zu tun.
Wenn ihm befohlen wird, sich zu verbeugen, so wird er es versuchen.
Doch er wird es nicht können. Ähnlich wie eine Person, die einen
schlimmen Traum hat und schreien will, es aber nicht kann. Er
wird weder seine Beine noch seine Hände bewegen können. Angst,
Schrecken und Verzweiflung lähmen ihn:
An dem Tage, an dem die Menschen entblößt dastehen
werden, werden sie zur Anbetung gerufen werden; doch sie werden
sich nicht niederwerfen können. Ihre Blicke sind dann gesenkt,
und Schande befällt sie, weil sie zur Anbetung gerufen worden
waren, als es ihnen wohl erging (und nicht gehorcht hatten). (Sure
68:42, 43 - al-Qalam)
Der Befehl an den Ungläubigen, sich zu verbeugen,
dient dem Zweck, die Reue und Sorge zu intensivieren, die er empfindet,
weil er während seines Lebens in dieser Welt diesem Aufruf nicht
nachgekommen ist, und um ihm zu verdeutlichen, dass dieser unverzeihliche
Ungehorsam nun eine Quelle von ewiger Trauer und Hoffnungslosigkeit
sein wird. Allah weiß, dass der Ungläubige unfähig ist, sich zu
verbeugen. Allein durch Allahs Willen ist es jemandem möglich,
sich vor Ihm zu verbeugen, Ihn anzubeten und ein Diener von Ihm
zu sein. Gläubige werden allein durch Allahs Willen und Gnade
gläubig.
Der Quran informiert uns auch darüber, wie Gläubige
und Ungläubige an diesem Tag aussehen werden. Die innere Freude
der Gläubigen wird auf ihren Gesichtern deutlich; ihre Augen strahlen
hell. Ungläubige dagegen erkennen, wie undankbar und unklug sie
ihr Leben verbrachten und beginnen, auf die Qualen zu warten,
denen sie unterworfen werden. Im Gegensatz zu den freudigen Ge-sichtern
der Gläubigen werden die Gesichter der Ungläubigen starr und gramvoll
sein:
Nein! Ihr liebt das schnell Vergängliche und vernachlässigt
das Jenseits. Manche Gesichter werden an diesem Tage leuchten
und zu ihrem Herrn aufschauen. Andere Gesichter werden an diesem
Tage finster blicken, ahnend, dass ihnen ein Unglück zustößt.
(Sure 75:20-25 - al-Qiyama)
Die Hölle sehen
Es wird allgemein angenommen, dass nur Ungläubige
die Hölle sehen werden. Dies ist jedoch nur teilweise wahr. Allah
informiert uns in der Sure Maryam, dass alle Menschen, sowohl
Gläubige als auch Ungläubige, auf ihren Knien um die Hölle herum
versammelt werden:
O ihr, die ihr glaubt! Rettet euch
und euere Familien vor dem Feuer, dessen Brennstoff Menschen
und Steine sind. Darüber sind Engel (gesetzt,) starke und
gestrenge, die gegen Allahs Befehl nicht aufbegehren, sondern
alles tun, was ihnen befohlen wird.
(Sure 66:6 - at-Tahrim) |
Der Mensch sagt (oft): "Wenn ich einst gestorben
bin, soll ich dann wieder zum Leben erstehen?" Bedenkt der Mensch
denn nicht, dass Wir ihn schon zuvor erschufen als er ein Nichts
war? Bei deinem Herrn! Wir werden sie gewiss versammeln, und die
Satane ebenfalls. Dann werden Wir sie auf ihren Knien rund um
die Hölle zusammenbringen. Dann werden Wir aus jeder Gruppe diejenigen
herausgreifen, welche gegen den Erbarmer am hochmütigsten waren.
Denn Wir wissen, wer am meisten verdient, dem Feuer ausgesetzt
zu werden. Und unter euch ist niemand, der nicht in seine Sichtweite
käme. So ist es bei deinem Herrn unabwendbar beschlossen. Dann
erretten Wir die Gottesfürchtigen, aber lassen die Sünder darin
auf ihren Knien. (Sure 19:66-72 - Maryam)
Wie wir aus den oben zitierten Versen erfahren, werden
die Menschen am Tag der Auferstehung auf ihren Knien um die Hölle
herum versammelt werden. Ungläubige und Gläubige werden gleichsam
alle das schreckliche Geräusch und Gebrüll des Feuers hören und
Zeuge atemberaubender, furchterregender Szenen werden. Doch die
Gläubigen werden nach einer Weile von diesem Anblick erlöst, während
die Ungläubigen auf ihren Knien bleiben müssen. Dann werden sie
ins Höllenfeuer geworfen.
Eine bessere Vorstellung von Allahs Zorn zu erhalten
und davon, was es heißt, sich Ihm dankbar zu zeigen, kann als
einer der Zwecke betrachtet werden, warum auch Gläubige in der
Menschenmenge sein werden, welche um die Hölle herum versammelt
wird. Ein Gläubiger, der die Hölle sieht, begreift die Qualen,
die sie bereithält, und wird sich noch stärker bewusst, welch
eine Gnade sein Glaube, der ihm gewährt wurde, für ihn nun bedeutet.
Weil die Hölle solch ein schrecklicher Ort ist, bedeutet bereits
die reine Rettung und Verschonung vor ihren Qualen für den Menschen
Glückseligkeit.
Während er die Hölle sieht, kann der Gläu-bige Vergleiche
ziehen und sich eine bessere Vorstellung vom Paradies machen,
einem Ort voller Segen, wo er für alle Ewigkeit bleiben wird.
Auch in dieser Welt ist es der größte Segen, wenn man vor Schmerz
und Leid bewahrt wird. Ein Mann beispielsweise, der ernsthaft
in Gefahr schwebt, hoch oben auf einem Berg zu erfrieren, freut
sich unbändig, wenn er plötzlich eine alte Hütte mit Kamin findet.
Für ihn ist diese Hütte in dem Augenblick fast wie ein luxuriöses
Hotelzimmer. Für jemanden, der tagelang nichts gegessen hat, ist
ein Brotlaib ein Fest. Das Ende von Schmerzen ist einer der höchsten
Gründe für Freude, Glück, Frieden und Dankbarkeit.
Ein Gläubiger, der der Hölle unmittelbar gegenübersteht
und vor ihr bewahrt wird, erlangt diese Art von Seligkeit. Darüber
hinaus bringt die Belohnung mit dem Paradies den Gläubigen das
"Wohl", der im Quran erwähnt wird. Nachdem er die größten Qualen
in der Hölle gesehen hat, versteht der Gläubige den Wert des Paradieses,
welches mit Segen überläuft. Für den Fortlauf seines ewigen Lebens
wird er nie vergessen, wie die Hölle aussieht und dies bringt
ihm noch größeres Vergnügen im Paradies.
Am Tag der Auferstehung werden die Menschen die folgenden
Worte von jenen hören, die Gläubige und Zweifler an ihren Gesichtern
erkennen:
Und zwischen ihnen wird eine Scheidewand sein. Und
auf den Anhöhen sind Männer, die alle an ihren Merkmalen erkennen.
Und sie rufen den Gefährten des Paradieses zu: "Frieden sei auf
euch!" Sie selbst haben es (noch) nicht betreten, obwohl sie es
erhoffen. Und wenn ihre Blicke sich den Bewohnern des Feuers zuwenden,
sprechen sie: "Unser Herr, reihe uns nicht unter die Ungerechten
ein!" Und die Leute auf den Anhöhen rufen Männern, die sie an
ihren Merkmalen erkennen, zu und fragen: "Was hat euch euer Ansammeln
(von Schätzen) und euer Hochmut genutzt? Sind (im Paradies) nicht
jene, von denen ihr geschworen hattet, dass Allah ihnen keine
Barmherzigkeit zuwenden würde?" Geht ins Paradies ein! Keine Furcht
soll euch überkommen, und ihr sollt nicht traurig sein. (Sure
7:46-49 - al-A'raf)
Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Gläubigen, "die
besten Geschöpfe" (Sure 98:7 - al-Bayyina), und die Ungläubigen,
"die schlechtesten Geschöpfe" (Sure
98:6 - al-Bayyina), von einander getrennt werden. Dieser Zeitpunkt
wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
... Dann wird gesprochen: "Tretet
ein durch die Pforten der Hölle, ewig darin zu verweilen.
Und wie schlimm ist die Wohnung der Hochmütigen!"
(Sure 39: 72 - az-Zumar) |
Und wenn den Gesandten der Zeitpunkt bestimmt
wird: Für welchen Tag ist der Termin anberaumt? Für den Tag der
Entscheidung. Und was lässt dich wissen, was der Tag der Entscheidung
ist? Wehe an jenem Tag den Leugnern! Vertilgten Wir nicht die
Früheren? Nun lassen Wir ihnen die Späteren folgen: So verfahren
Wir mit den Sündern. Wehe an jenem Tag den Leugnern! (Sure 77:11-19
- al-Mursalat)
Dieser Tag der Entscheidung beginnt mit dem Tod,
geht weiter mit der Auferstehung und dem Überreichen der Bücher
und endet, wenn die Menschen zu ihren ewigen Bestim-mungsorten
geschickt werden. In der Sure Qaf wird die Reise, welche die Gläubigen
und die Ungläubigen zu ihren wahren Bestim-mungsorten unternehmen,
folgendermaßen erzählt:
Und mit dem Todeskampf kommt die Wahrheit: "Das ist
es, dem du stets entrinnen wolltest!" Und es wird in die Posaune
gestoßen - das ist der angedrohte Tag! Und jede Seele wird mit
einem Treiber und einem Zeugen kommen. "Du warst dessen völlig
achtlos. Wir zogen deinen Schleier jetzt weg von dir, und heute
ist dein Blick scharf." Und sein Gefährte wird sprechen: "Hier
ist, was bei mir stets (an Aufzeich-nung) vorbereitet war." "Ihr
beiden, werft alle trotzigen Ungläubigen in die Hölle, (den,)
der sich gegen das Gute stemmte, den Übertreter, den Zweifler,
der neben Allah andere Götter setzte. Werft ihn daher in die schrecklichste
Qual." Sein Gefährte wird sagen: "O unser Herr! Ich habe ihn nicht
verführt, sondern er (selbst) ist weit abgeirrt." Er wird sprechen:
"Streitet nicht vor Mir! Ich hatte euch vorgewarnt. Mein Spruch
wird nicht abgeändert, und ich füge Meinen Dienern niemals Unrecht
zu." An diesem Tage werden Wir zur Hölle sprechen: "Bist du aufgefüllt?"
Und sie wird fragen: "Gibt es noch mehr?" Das Paradies aber wird
den Gottesfürchtigen nahe gebracht werden und nicht länger fern
sein. "Das ist es, was euch versprochen war - einem jeden Bußfertigen,
(das Gottesbewusstsein) Bewahrenden, der den Erbarmer, ohne Ihn
zu sehen, fürchtete und mit reuigem Herzen (zu Ihm) kam. Tretet
in Frieden ein! Dies ist der Tag der Ewigkeit." (Sure 50:19-34
- Qaf)

